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Entzug (körperlich)

Ein körperlicher Entzug entsteht wenn der Körper an ein Medikament oder eine Droge gewöhnt ist und diese plötzlich nicht mehr zugeführt wird. Dabei entsteht unabhängig von der Substanz ein ähnliches Bild, das sogenannte Entzugs-Syndrom. Der Ausdruck Entzugserscheinung (auch Abstinenzerscheinung) bezeichnet die bei diesem Syndrom auftretenden Symptome d.h. physische und psychische Verhaltensweisen des Körpers, die auftreten, wenn der Körper bestimmte chemische Botenstoffe, von denen er abhängigist, nicht (mehr) erhält bzw. selbst produziert.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Substanzen, bei deren Absetzen Entzugserscheinungen auftreten
  • 2 Bei welchen Gelegenheiten kann ein Entzug auftreten?
    • 2.1 Freiwilliger Drogenentzug
  • 3 Symptome
    • 3.1 Dauer der Symptome
  • 4 Pathophysiologie
  • 5 Medikamentöse Entzugsbehandlung
  • 6 Sonstige Entzugshilfen

Substanzen, bei deren Absetzen Entzugserscheinungen auftreten

Die wichtigsten Substanzen, bei deren Absetzen Entzugserscheinungen auftreten sind:

  • Alkohol: bei Alkoholikern der Glutamat-Haushalt gestört, so das der Glutamatspiegel nur stimmt, wenn der Abhängige regelmäßig Alkohol trinkt. Siehe auch: Alkoholkrankheit
  • Nikotin
  • Opioidez.B. Codein, Heroin, dabei hängt die Heftigkeit der Entzugserscheinugen nicht unbedingt von der Wirkstärke des Stoffes ab: Der Entzug von Codein zählt mit zu den langwierigen und schlimmsten Entzügen. Es ruft die gleichen Entzugssymptomewie ein Heroinentzug hervor.
  • Benzodiazepine

Bei welchen Gelegenheiten kann ein Entzug auftreten?

Nach Absetzen eines Medikamentskann es zu Absetzerscheinungkommen.

Freiwilliger Drogenentzug

Sofern der Entziehungswillige standhaft genug ist, kann versucht werden, täglich eine radikale und konsequente Dosisreduzierung durchzuführen. Allerdings ist auch die Reduzierung meist keine Hilfe, da sie fast immer in Rückfällen endet. Dennoch hat ein kalter Entzug die höchste Langzeiterfolgsrate. Einen plötzlichen Entzug nennt man bei Drogenabhängigkeit auch Totalentzug.

Symptome

Die folgenden Symptome können einzeln oder zusammen Anzeichen für einen Entzug sein.
Physische Entzugserscheinungen sind etwa

  • Schwindel
  • Zittern(Tremor)
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Durchfall
  • Störung der Temperaturregulation
    • Frieren
    • Schwitzen, Schweißausbrüche
  • Schneller Herzschlag, (Tachykardie)
  • hoher Blutdruck (Hypertonie)
  • Gliederschmerzen (z.B. in Rücken o. Beinen)
  • Krämpfe

Psychische Erscheinungen sind z.B.

  • Nervosität
  • Depressionen
  • innere Unruhe, Schlafstörungen
  • aggressives Verhalten
  • Wahrnehmungsstörungenwie Halluzinationenoder ein Delirium
  • Bewusstseinsstörungen.

Dauer der Symptome

Ein so genannter kalter Heroinentzug, der ohne Verabreichnung medikamentöser Hilfen erlebt wird, erstreckt sich meist über etwa 14 Tage. Bei einem kalten Codeinentzug, dessen heftigste Auswirkungen zwar nach sechs bis acht Wochen überwunden scheinen, treten Entzugserscheinungen selbst nach bis zu acht Monaten in verschiedenen Symptomen immer wieder auf. Da bei jedem weiteren Entzug die Wahrnehmungsintensität der Schmerzen zunimmt, tritt häufig eine zunehmend stärkere Entzugsangstauf.

Pathophysiologie

Einer der Hauptursachen für Entzugserscheinungen bei Drogenist die Verringerung des Niveaus des Botenstoffes Dopaminim Körper, der durch die Endorphin-ähnliche Wirkung vieler Drogen wie Nikotinoder Kokainhervorgerufen wird.

Medikamentöse Entzugsbehandlung

  • Um die Auswirkungen des körperlichen Entzuges abzumildern bzw. zu behandeln, hat man versucht mit Partiellen Opioid-Antagonisten die Opioid-Rezeptoren zu blocken: Methadon(Polamidon®), Nemexin, Subutex® (ein Buprenorphin-Präparat) Alle Opioide haben aber selbst ein Abhängigkeitspotential. Siehe Drogensubstitution
  • Durch die Anwendung sedierender Medikamente wie Benzodiazepine(Diazepam(Valium®), Bromazepamoder Flunitrazepam) kann sich die Abhängigkeit auf diese Substanzen verschieben oder es kommt zum sog. Beikonsum.
  • Der Opioid-Entzug kann so unangenehm sein, dass der Abhängige während des Entzuges anfängt, andere Drogen oder Medikamente zu konsumieren, wie z. B. Alkohol, Kokainoder Cannabis.
  • Eine schnelle und relativ schmerzfreie Form des Entzugs bietet möglicherweise das umstrittene HalluzinogenIbogain.

Sonstige Entzugshilfen

  • Sport: Die beste, sicherlich aber auch schwerste Form einen dieser Entzüge kalt zu überstehen, ist eine Hilfe durch körpereigene Endorphine, die bei körperlicher Betätigung, insbesondere bei Ausdauersportarten, ausgeschüttet werden. Je nach körperlicher Konstitutionund Dauer der Abhängigkeit des Betroffenen kann versucht werden, den Entzugserscheinungen sofort durch körpereigene Endorphinüberflutung entgegenzutreten.
  • Hilfreich, vielleicht sogar notwendig, können bei einem kalten Entzug die Zuführung von viel Flüssigkeitzum Beispiel in Form von nicht koffeinhaltigem Tee, die Einnahme von Vitaminenund Mineralstoffensein.



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Entzug (körperlich) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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