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Knebel (Gegenstand)

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Maske des Hungers
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Autenrieth'sche Maske
Bild:Knebel (Ball) Fotomodel Jassi.jpg
Fotomodel mit Ballknebel

Ein Knebel ist ein Gegenstand, der jemanden in den Mund gesteckt wird, um ihn am Reden und Schreien zu hindern. Es gibt viele verschiedene Typen an Knebeln, unter anderem Ball-, Ring-, Penis- und Pumpknebel. Daneben finden auch Stoff, Klebeband und andere Materialien Anwendung als Knebel.

Während der Sklavenzeitwurde Sklaven ein Knopfauf die Unterlippe genäht, der es in Verbindung mit einem Schnitt in der Oberlippe erlaubte, den Mund zu verschließen. Dies diente dazu, dem Sklaven das Nichtvorhandensein eines Mitspracherechtesaufzuzeigen, falls dieser seinen Besitzer beleidigte. Als britische Lords diese Methode als zu barbarisch bezeichneten, wurde ein Vorläufer des Ballknebels erfunden: Man steckte dem Sklaven eine Kugel in den Mund und verschloss diesen mit einem Tuch, um ein Herausdrücken der Kugel zu verhindern.

Auch die Kirche benutzte Knebel für ähnliche Zwecke: Sie knebelte Opfer vor der Verbrennung auf dem Scheiterhaufen, um das Autodafénicht durch Schreie zu stören. Allerdings gab es auch Varianten des Knebels, die nicht ausschließlich zum Schweigen der Person, sondern manchmal zur Tötung des Trägers dienten. Die im Mittelalter beheimatete Maske des Hungers wurde dem Träger angezogen, bevor er (manchmal tagelang) an einen Pfahl gebunden wurde. Die Öffnung für den Mund konnte bei vielen Modellen verschlossen werden, was ein Erstickendes Trägers bewirkte.

Noch im 19. Jahrhundert wurden Knebel in der Psychiatrie verwendet; bekanntestes Beispiel hierfür ist die "Autenrieth'sche Maske", benannt nach Ihrem Erfinder, dem Psychiater Dr. Johann Heinrich Ferdinand Autenrieth.

Laut amnesty internationalsollen weiterhin auch Polizeibeamten sowohl in Deutschland ([1]) als auch in Österreich ([2]) besonders bei AbschiebungenKnebel aus Klebebandbenutzen, um die Abgeschobenen im Flugzeug ruhig zu halten, was in mehreren Fällen bereits zu Todesfällen geführt haben soll. Auch in Vietnam sollen noch im Jahr 2000 bei ErschießungenZitronen als Knebel verwendet worden sein ([3]).

Auch bei Sexualpraktikenim Bereich von BDSMwird heute ein Knebel angewendet, um den im Spiel unterlegenen Partner am Reden und Schreien zu hindern. Aber nicht nur das reizt den Betrachter. Vielmehr ist es die Hilflosigkeit des/der Geknebelten, die durch einen Knebel erheblich verstärkt wird. Geknebelte Menschen bekommen große Augen und einen stärkeren intensiveren Gesichtsausdruck, der BDSM-Fans besonders anregt. Auch die unverständlichen und wimmernden Geräusche, die jemand der wehrlos und geknebelt ist, noch von sich geben kann, sind für viele äußerst erregend. So ist beispielsweise zu erklären, weswegen in vielen Spielfilmen Darstellerinnen geknebelt sind, ohne daß dies wesentlich zur Handlung beitrüge.

Aber Vorsicht: Spiele mit Knebeln sind nicht ungefährlich. Knebel, die jedoch angemessen verabreicht werden tun nicht weh und sind - wenn die Nase frei für die Atmung bleibt - unbedenklich.

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