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Psychodrama

Als Psychodrama - von griech. psyche (Seele) und drama (Handlung, Vorgang) - wird in Literaturund Filmdas hauptsächlich innere Ringen eines oder mehrerer Menschen bezeichnet, das in der Regel ohne großen szenischen Aufwand geschildert wird.
Demgegenüber, jedoch durch die gegenseitige Befruchtung teils unscharf von Konzepten des Theatersgetrennt, ist darunter eine vom österreichischen Arzt Jakob Levy Moreno(1889- 1974) in Wienunter dem Einfluss des damals weit verbreiteten Stegreiftheatersentwickelte Hauptform der klassischen Psychotherapiezu verstehen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Psychodrama als Gruppentherapie
  • 2 Konzepte des Psychodramas
  • 3 Links
  • 4 Literatur
  • 5 Siehe auch

Psychodrama als Gruppentherapie

Als "Therapie in der Gruppemit der Gruppe für die Gruppe" wird im "Hier und Jetzt" einer Psychodrama-Bühnedem Protagonistenals Hauptdarsteller des psychodramatischen Spiels die Möglichkeit geboten, sich von festgefahrenen Rollenstrukturen oder Rollenkonservenzu befreien.

Als Mitglied der Gruppe erhält der Protagonist mit deren Erlaubnis die Möglichkeit, seine eigene Thematik oder diejenige der Gruppe mit der Unterstützung des "Spielleiters" und ausgewählten Hilfs-Ichszu bearbeiten. Die Zuschauer lassen sich vom Spiel des Protagonisten berühren, greifen mit Unterstützung des Spielleiters ein und geben zuguterletzt wie alle anderen Mitspieler eine empathischeund, wo notwendig, kritischeRückmeldung. Allerdings kann es auch bei nicht oder kaum ins Spiel integrierten Zuschauern zu einer heilsamen Erschütterung, einer Katharsis, kommen.

"Ziel des Psychodramas ist die Aktivierung und Integration von Spontaneität und Kreativität. Konstruktives spontanes Handeln ist zustande gekommen, wenn der Protagonist für eine neue oder bereits bekannte Situation eine neue und angemessene Reaktion findet" (Moreno,1959,S.34). Dieses Ziel wird auch für Gruppenprozesseangestrebt.

Wir lernen soziale Rollen, welche den Individuen und individuellen Situationen nicht gerecht werden können. Je mehr die natürliche Kreativität ? nach Moreno als "allerhöchste nukleare Struktur des Universums" ? durch verschüttete "Spontanität" nicht zum Einsatz kommen kann, umso mehr sind wir an festgefahrene Rollenbilder verhaftet.

Psychodrama-Techniken sollten nur von erfahrenen Therapeuten angewendet werden, die in der Lage sind, mit den aufgewirbelten Emotionen der Mitspieler umzugehen und diese aufzufangen.

Konzepte des Psychodramas

Moreno fügte wesentliche Konzepte für das Verständnis zwischenmenschlicher Beziehungen in die Psychotherapie ein. Wo die klassische Psychoanalysedie intrapsychische Energie und deren Umwandlungen im Beziehungsdreieck von Es, Ichund Über-Ichbeschrieben hatte und die Analytische Psychologievon C.G. Jungdie Bedeutung der Archetypenals Niederschlag der evolutionärenpsychischen Entwicklung des Menschen betonte, sah Moreno den Menschen als einen Handelnden, der hauptsächlich mittels nonverbaler Kommunikationmit seiner (beseelten) Umwelt in Beziehung tritt. Moreno sah dabei die Rolleals kleinste Handlungs-, das Teleals kleinste Beziehungseinheit dieser Interaktion.

Links

  • Deutscher Fachverband für Psychodrama
  • http://psypost.psych.nat.tu-bs.de/Seiten/Psychodrama.htm

Literatur

  • F. von Ameln, R. Gerstmann, J. Kramer "Psychodrama" Springer Verlag, 2004, ISBN 3-540-00872-1
  • J. Fürst, K.Ottomeyer, H.Pruckner "`Psychodrama-Therapie" Facultas 2004, ISBN 3-85076-663-2
  • Moreno, J.L. "Gruppenpsychotherapie und Psychodrama" Thieme Verlag, Stuttgart 1959
  • Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften
  • Zeitlinger-Hochreiter "Kompendium der Psychodrama-Therapie" inScenario 1996
  • Gipser und Kunze "Katzen im Regen" edition Zebra 1989

Siehe auch

  • Rollentheorie, Soziale Rolle, Rollendistanz, Kulturkonserve, Playback Theater, Bibliodrama, Monodrama



zum Portal:Psychotherapieen:Psychodrama fr:Psychodrame gl:Psicodrama

Von "http://de.wikipedia.org/Psychodrama"



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