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Vitalfunktion

Als Vitalfunktionen (lateinischvita [weiblich] - das Leben und functio [weiblich] - die Funktion) werden in der Medizin die lebenswichtigen Vorgänge

  • Bewusstsein,
  • Atmungund
  • Kreislauf

bezeichnet.

Die Kontrolle der Vitalfunktionen ist wesentlicher Bestandteil des diagnostischen Blocksim Rahmen der Sofortmaßnahmen(Siehe auch "BAK-Schema").

Eine Störung der Vitalfunktionen führt zu einer Minderversorgung des Gehirnsmit Sauerstoff, wodurch die Gefahr eines Hirntodesbesteht. Alle Maßnahmen im Rahmen der Ersten Hilfebei einem Notfallzielen dabei auf die Sicherstellung der Vitalfunktionen bzw. bei der Herz-Lungen-Wiederbelebungauf deren künstlichen Ersatz. Neben den Sofortmaßnahmen ist auch das schnelle Herbeirufen (Notruf) des Rettungsdiensteseinschließlich des Notarztes entscheidend.

Als quasi "umgekehrte" Diagnostik ist das Beurteilen so genannter sicherer Todeszeichen bei der Leichenschauzu sehen, welche, wenn mehrfach vorhanden, unmöglich zusammen mit Vital- oder Lebenszeichen auftreten können.

Vitalzeichen waren historisch v. a. bei Unklarheit darüber, ob ein meist länger Schwerkranker nun tatsächlich verstorben war, eine wichtige diagnostische Hilfe. Dies waren insbesondere folgende Symptome:

  • ein beschlagender Spiegel vor Mund und Nase (feuchte Atemluft)
  • Bewegung von Seifenschaum auf Lippen oder Nasenlöchern (Atemzugbewegungen)
  • bis eine halbe Stunde nach intravenöserInjektion einer Fluorescein-Lösung bei Quarzlichtcharakteristisch leuchtende Augenbindehautoder Schleimhaut(noch leidlich funktionierender Blutkreislauf)
  • bei Verletzung von Stauungsvenen oder eines abgeschnürten Fingers eintretende Blutung (Blutkreislauf)
  • bei der Augenspiegelungweiter sichtbare Arteriender Netzhaut(anhaltende Durchblutung aufgrund des Blutkreislaufs)
  • weiterhin bestehende Reflexe (v. a. Hornhaut-und Pupillenreflex)
  • die Nicht-Angleichung der Körper-an die Umgebungstemperatur (Stoffwechsel, Kreislauf)
  • bei stärkerer Reizung der Haut Blasenbildung oder Rötung (Stoffwechsel, Nerventätigkeit)
  • Ausschläge auf dem Elektrokardiogrammoder Elektroenzephalogramm(weiter bestehende Herzerregung bzw. Hirnaktivität)

Heutzutage ist Rettungspersonal verpflichtet, keine Zeit mit der Prüfung eventueller positiver Lebenszeichen zu verlieren und bis zum Auftreten der sicheren Todeszeichendavon auszugehen, dass die Person noch lebt, und entsprechende Reanimationsversuche zu unternehmen.


Siehe auch Vitalparameter, Glasgow Coma Scale, Scheintod, Hirntoddiagnostik, Todeszeichen, Leichenschau





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