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Intrazytoplasmatische Spermieninjektion

Bei der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion, ICSI wird die Samenzelle, das Spermiumdes Mannes, direkt in das Cytoplasmaeiner Eizelleeingespritzt. Dabei werden die Ei- und die Samenzelle bei der künstlichen Befruchtung nicht sich selbst überlassen, so dass ein Scheitern der Befruchtung annähernd ausgeschlossen werden kann.

Die ICSI findet meist Anwendung wenn vorangegangene In-vitro-Fertilisations-Versuche erfolglos blieben oder der Mann eine schlechte Spermienqualität aufweist. Sollten gar keine Spermien im Ejakulatvorhanden sein, besteht die Möglichkeit, diese mittels mikrochirurgischerMaßnahmen aus Hoden- oder Nebenhodengewebezu gewinnen und für die ICSI zu verwenden.

Diskussion

Die ICSI-Methode wird aufgrund unterschiedlicher Standpunkte diskutiert. Der häufigste Diskussionspunkt ist, dass durch den direkten Eingriff in die Natur die komplizierten Wechselbeziehungen und die biologische Selektionzwischen Spermium und Eizelle außer Kraft gesetzt wird (so zum Beispiel die Vermeidung von Erbkrankheiten). Eine erhöhte Rate von schwerwiegenden Fehlbildungenist bisher noch nicht bestätigt worden. In der Fachliteratur sind in den letzten Jahren erste Hinweise auf eine erhöhte Inzidenzvon - vergleichsweise seltenen - Syndromenaufgetaucht, wie z.B. Beckwith-Wiedemann-Syndrom, Angelman-Syndrom, Prader-Willi-Syndrom. Alle diese Syndrome stehen in Zusammenhang mit epigenetischenPhänomenen wie Imprintingoder (unüblicher) DNA-Methylierungvon Genen. In manchen Fällen kann eine ICSI zu einer Digynieführen, bei der zwei maternale (mütterliche) Chromosomensätze gemeinsam mit einem paternalen (väterlichen) Chromosomensatz in einer Zygotevorliegen. Der Fötushat dann eine TriploidieTyp II.

Bis zu einer abschließenden Beurteilung dieser Frage wird noch einige Zeit vergehen, da die Syndrome vergleichsweise selten sind. Diese möglichen Probleme der ICSI werden in Zukunft jedoch an Bedeutung gewinnen, da praktisch vor jeder Präimplantationsdiagnostik, die in den deutschsprachigen Ländern zur Zeit verboten ist, diese Methode zur Anwendung kommt, um die genetischen Untersuchungen mittels PCRnicht durch überzählige Spermien zu verfälschen.

Insbesondere in Deutschland werden mittlerweile die Betroffenen immer mehr benachteiligt, da nur noch 3 ICSI-Versuche zur Hälfte bezahlt werden (früher 4 zu 100%). Zudem ist gibt es zwar Empfehlungen der Ethikkommission das Embryonenschutzgesetz von 1990 (!) an die neuen Techniken anzupassen, allerdings wird dies in absehbarer Zeit nicht geschehen. Gängige Praxis ist derzeit möglichst viele Eizelle nach einer Hormonstimulation der Frau zu entnehmen und mit den Spermien des Mannes zu befruchten. Da derzeit, im Gegensatz zu Österreich, in Deutschland keine Auswahl der Eizellen erfolgen darf, werden dann nach meist nur 3 Tagen bis zu drei Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt, der Rest der Eizellen wird für spätere Versuche eingefroren. Problematisch ist hierbei, dass nach 3 Tagen in den meisten Fällen noch keine sog. Blastozysteentstanden ist, die sehr gute Chancen für eine Einnistung hat(ca. 40%); dieses Stadium wird erst nach ca. 5 Tagen erreicht. Auf Grund der bestehenden Gesetzeslage müssen in Deutschland auch offensichtlich in der Entwicklung stehen gebliebene Einzellen eingesetzt werden. Die Chance für eine Einnistung nach nur 3 Tagen liegt realisitisch nur bei ca. 10%, da die hierbei entstanden sog. Vielzeller sich häufig nicht zum Blastozysten weiterentwickeln.

Siehe auch

  • Insemination
  • Retortenbaby
  • Präimplantationsdiagnostik
  • Bioethik
  • Künstliche Befruchtung
  • Intrauterine Insemination (IUI)
  • In-vitro-Fertilisation

Weblink

  • http://www.wunschkinder.net/demo/therapie/icsi.htm
  • Mikrochirugische epididymale Spermienaspiration (MESA) / testikuläre Spermienextraktion (TESE)
  • ICSI Methodenen:Intracytoplasmic sperm injection

nl:Intracytoplasmatische sperma-injectie

Von "http://de.wikipedia.org/Intrazytoplasmatische_Spermieninjektion"



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