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Retortenbaby ist die umgangssprachliche (und oft abwertenden) Bezeichnung für ein Kind, das durch die so genannte künstliche Befruchtunggezeugt wurde.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Verfahren
- 2 Geschichte
- 3 Weblinks
- 4 Siehe auch
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Verfahren
Bei dem Verfahren wird dem Eierstockder Frau eine Eizelleentnommen, im Reagenzglas mit dem Spermades Mannes künstlich befruchtet und sodann eine oder mehrere dieser befruchteten Eizellen (Zygoten), nachdem sie einige Teilungsstadien hinter sich haben, in die Gebärmutterder Frau eingepflanzt. Dort wächst der Embryoauf natürliche Weise zum Baby heran.
Die künstliche Befruchtung wird zur Sicherheit meist an mehreren Eizellen durchgeführt. Die so entstandenen Zygoten werden jedoch nicht alle in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Wie mit den "überschüssigen" Embryonen umgegangen wird bzw. werden soll, ist ein ethisch-moralischesProblem, das in vielen Ländern unterschiedlich gehandhabt wird. Zum großen Teil werden diese Embryonen "vernichtet", also abgetötet, zum kleinen Teil im Rahmen der umstritten Embryonenforschungverwendet, was in Deutschland jedoch nicht erlaubt ist.
Geschichte
Das erste Retortenbaby, Louise Joy Brown, kam am 25. Juli1978im englischen Oldham(bei Manchester) zur Welt.
Auch das zweite Retortenbaby, Alastair MacDonald, kam am 14. Januar1979in Großbritannien zur Welt.
Das dritte Retortenbaby, Candice Reed, kam am 23. Juni1980in Australien zur Welt.
Erst am 28. Dezember1981wird das erste Retortenbaby der USA, Elizabeth Carr, in Norfolk, Virginia geboren.
Das erste deutsche Retortenbaby (Oliver W.) kam am 16. April 1982in der Uniklinik Erlangenzur Welt. Der verantwortliche Mediziner Dr. Siegfried Trotnow(? April 2004) hatte sich im Auftrag seines Klinikchefs Dr. Karl Günter Obermit seinem Team drei Jahre darauf vorbereitet, die engl. Sensation nachzumachen. In einem Interview erzählte er, dass er wenig Informationen aus England bekam, also die ganze Vorgehensweise neu entwickeln musste. Die Deutsche Forschungsgemeinschaftunterstützte die Ärzte in Erlangen nicht.
Im Jahr 1985 wurden das erste mal in Deutschland in der Frauenklinik der Universität München in der Maistraße Retortendrillingegeboren.
Seit 1982 gibt es in Deutschland rund 100.000 nach In-vitro-Fertilisation(IVF) geborene Kinder (Stand April 2002).
Inzwischen (2004) wird die Zahl der Geburten, die durch künstliche Befruchtung zustande kamen, auf über 1,8 Millionen geschätzt. Somit wurde vielen Paaren, die zum Beispiel aufgrund biologischer Gegebenheiten keine Kinder bekommen konnten, durch diese Methode ihr Kinderwunsch erfüllt. Dennoch stellt das Verfahren keine "sichere" Methode zum Erreichen einer Schwangerschaft dar: Viele unfruchtbare Frauen versuchen jahrelang ohne Erfolg, sich künstlich befruchten zu lassen.
Weblinks
Siehe auch
- Reproduktionsmedizin
- In vitro
- In-vitro-Fertilisation
- In-vivo-Fertilisation
- Fruchtbarkeit
- Unfruchtbarkeiten:In vitro fertilisation
es:Fecundación in vitro
fr:Fécondation in vitro
it:Fivet
lt:Apvaisinimas in vitro
nl:In-vitrofertilisatie
no:In vitro fertilisering
sl:Oploditev z biomedicinsko pomo?jo
th:????????????
Seitenkategorien: Reproduktionsmedizin| 1978
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