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Unfruchtbarkeit

Unfruchtbarkeit (auch Sterilität) bezeichnet in der Biologie die Unfähigkeit, gesunde Nachkommen hervorzubringen.

Unfruchtbarkeit beim Menschen beschreibt die Unfähigkeit eines Paares, ein gesundes Kind zu zeugen, auszutragen oder zur Welt zu bringen. Ein Paar gilt als unfruchtbar, wenn nach "einem Jahr ungeschützen Verkehrs" keine Empfängniszustande kommt oder die Frau nicht fähig ist zu gebären. Diese Auffassung orientiert sich an der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Seit einiger Zeit gewinnt auch die Auffassung der ESHRE (Europäische Gesellschaft für Humane Reproduktion und Embryologie) zunehmend an Bedeutung, die erst nach zwei Jahren von Sterilität sprechen will und damit den veränderten Lebensbedingungen in den westlichen Industrienationen Rechnung trägt, zum Beispiel der größeren Mobilität der Partner.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Unfruchtbarkeit bei Frauen
  • 2 Unfruchtbarkeit bei Männern
  • 3 Immunologische Inkompatibilität der jeweiligen Partner
  • 4 Behandlungsmöglichkeiten
  • 5 Moralische Aspekte
  • 6 Tiefenpsychologie
  • 7 siehe auch
  • 8 Weblinks

Unfruchtbarkeit bei Frauen

Faktoren die zur Unfruchtbarkeit führen können:

  • Ovulationsschwierigkeiten
  • blockierte Eileiter(unterbrochen/verklebt/verengt)
  • HormonelleStörungen
  • Endometriose
  • Unfähigkeit der befruchteten Eizellesich in der Gebärmuttereinzunisten
  • Unfähigkeit eine Schwangerschafterfolgreich zu beenden
  • GenetischeDefekte
  • Das Alter. Die Fruchtbarkeitder Frau nimmt ab dem 30. Lebensjahr ab, sowohl in der Empfängnis- als auch der Gebärfähigkeit.
  • Infektion durch eine sexuell übertragbare Erkrankungwie Beispielsweise Chlamydienoder Gonorrhoe(Tripper)

Bei Frauen, die bereits schwanger waren und es später nicht wieder werden, besteht eine sekundäre Sterilität, dahingegen bezeichnet die primäre Sterilität das Nichteintreten einer Schwangerschaft nach einem Jahr regelmässigen Geschlechtsverkehrs ohne Verhütungsmittel.

Unfruchtbarkeit bei Männern

Der Hauptfaktor ist hier die Qualitätdes Spermas; der Mann kann zu wenige oder keine Spermienproduzieren, oder das produzierte Sperma kann zu unbeweglich sein oder aufgrund verschlossener Samenleiternicht nach außen gelangen. Alkohol- und Drogenmissbrauchkönnen genau wie Umweltschadstoffeoder die berufsbedingte Schadstoffexposition die Samenqualitätbeeinflussen. Auch Krankheiten wie Bauchhodenoder Mumpskönnen zu lebenslänglich verminderter Samenqualität führen. Temporär kann die Qualität der Spermien durch den Besuch von Saunaoder Whirlpoolbeeinträchtigt werden, da die Hitze die Spermien zerstören kann. Nach der Hitzeeinwirkung gebildete Zellen werden davon jedoch nicht beeinflusst.

Andere Ursachen können Körperfunktionsstörungen oder retrograde Ejakulationsein, d.h. das Sperma wird bei der Ejakulationin die Harnblaseanstatt zur Penisöffnunggeleitet.

Untersuchungen zeigen ferner, dass die Samenqualität mit dem Alterabnimmt.

Außerdem kann ionisierende Strahlungeine Unfruchtbarkeit verursachen. Zum Schutz tragen sowohl Patienten als auch Personal die Röntgenstrahlenausgesetzt werden, eine Schürze aus Blei, die die Geschlechtsorgane vor der Strahlung schützt.

Immunologische Inkompatibilität der jeweiligen Partner

In wenigen Fällen kann der Vaginaltrakt eine immunologische Reaktion gegen Bestandteile des Spermas - nicht gegen die Spermien selbst - aufweisen.

Für das weibliche Immunsystemist es nicht selbstverständlich, einen Embryo, der zur Hälfte aus fremden Genenbesteht, im eigenen Körper zu dulden. Im Extremfall verhindert eine Immunreaktiondie Befruchtung, in seltenen Fällen kann eine immunologischeInkompatibilitätder Gene Unfruchtbarkeit verursachen. Auch im Vorfeld der Fortpflanzung kann es zu weiblichen Immunreaktionengegen Teile von männlichen Sexualsekreten kommen. Forscher haben herausgefunden, dass bestimmte Sexualpraktikenhelfen können, die für eine Befruchtung notwendige Immuntoleranzder Frau aufzubauen (vergl. untenstehenden Weblink).

Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Unfruchtbarkeit zu behandeln, abhängig von der Ursache:

  • Künstliche Insemination, dabei wird der Frau aufbereitetes Sperma in den Gebärmutterhals eingeführt.
  • Hormonell herbeigeführter Eisprung,(z.B. durch das Medikament Clomid)
  • ChirurgischeMaßnahmen in Fällen blockierter Eileiter
  • chirurgische und evt. hormonelle Behandlung von Endometriose, häufig gefolgt durch
  • Künstliche Befruchtung(In-vitro-Fertilisation, IVF), dabei werden der Frau, nach einer durch eine Hormonbehandlung hervorgerufenen Hyperovulation (das gleichzeitige Heranreifen mehrerer Eizellen), mehrere reife Eizellen entnommen, außerhalb des Körpers (in vitro) befruchtet (maximal vier Eizellen) und wieder in die Eileiter der Frau eingesetzt (Embryonentransfer, ET).
  • Blastozystentransfer, wie IVF, nur dass Blastozysteneingepflanzt werden, d.h. Embryonen nach 5 - 7 Tagen Entwicklung. Während in Ländern wie Österreich, Belgien, den Niederlanden und anderen alle entnommenen Eizellen befruchtet werden und fünf bis sieben Tage heranwachsen, von denen dann die besten (d.h. die sich am regelmäßigsten entwickelt haben) eingepflanzt werden, ist dies in Deutschland und der Schweiz nur eingeschränkt möglich. Es werden nur höchstens drei Eizellen befruchtet - die übrigen werden unbefruchtet eingefroren, wenn das Paar will, was die Qualität verringert, die Embryonen dürfen nur zwei bis drei Tage wachsen, eine Qualitätskontrolle vor dem Transfer ist nicht erlaubt.
  • Eileiter-interner Keimzellentransfer(Intratubarer Gametentransfer), hier werden Eizellen und Sperma in die Eileiter gepflanzt, was die Befruchtungder Eizelle im Körper der Frau ermöglicht
  • Der Transfer einer befruchteten Eizelle, ähnlich wie bei der künstlichen Befruchtung, nur im Eileiter statt in der Gebärmutter
  • Eizellenspende einer anderen Frau (in Kombination mit künstlicher Befruchtung)
  • Das direkte Einführen von Spendersamen in die Gebärmutter
  • Intrazelluläre Sameninjektion, wobei ein einzelnes Spermiumdirekt in eine Eizelle injiziert und diese dann per künstlicher Befruchtung in die Gebärmutter gepflanzt wird (ICSI).
  • Eine Leihmutter, die das Kind austrägt. (In Deutschland und der gesamten EU strafrechtlich verboten!)

Moralische Aspekte

Es gibt viele moralische Debatten, die sich mit Unfruchtbarkeit und ihrer Behandlung beschäftigen, mit besonderer Rücksicht auf beteiligte Embryonen. Manche Religionenmissbilligen einige, oder alle Fruchtbarkeitsbehandlungen, andere Religionen haben keinerlei Probleme damit.

Eine Nebendiskussion beschäftigt sich damit, ob die Behandlung durch gesetzliche Krankenkassenfinanziert werden sollte - und wenn ja, wie oft.

Tiefenpsychologie

Im tiefenpsychologischenSinn steht die Unfruchtbarkeit einer Person oder eines Volkes (eines Landes) für einen Mangel an Schaffenskraft, Kreativitätund Stärke, wie in Genesis16,1, wo die Unfruchtbarkeit Saraisbeschrieben wird.

siehe auch

Spermaallergie

Weblinks

  • Kinderwunsch Informationen und Themen
  • Wunschkinder.net - Information und Forum zu allen Themen des Kinderwunsch
  • klein-putz.net - Informative Seite zum Thema Kinderwunsch mit Foren zum Austausch betroffener Paare
  • Kinderwunsch24 - Das große Portal zum Thema unerfüllter Kinderwunsch
  • Eltern.de - Schwangerschaft & Geburt - Schwanger werden - Die Temperaturmethode
  • Eltern.de - Schwangerschaft & Geburt - Schwanger werden - Wunsch-Kinder: Die Baby-Macher
  • FamPlan.de - Forum zur natürlichen Familienplanung
  • ivfzentrum.de - Ursachen und Behandlung
  • Urbia.de - Information und Forum zu allen Themen des Kinderwunsch - Online-Zykluskurve
  • naturheilkunde-kinderwunsch.de - Informationen und Behandlungsmöglichkeiten zum Kinderwunsch aus naturheilkundlicher Sicht
  • Hormon Zentrum München - Viele Informationen zum Thema "Unerfüllter Kinderwunsch"
  • MEDSANA - Kinderwunsch: Unfruchtbarkeit, Sterilität & Reproduktionsmedizin"
  • Psychologische Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch -Literaturhinweise und Internettipps - Patientenservice der Uni Heidelberg
  • Artikel über Sperma-Allergie
  • Immunologische Aspekte



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Unfruchtbarkeit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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