Startseite | Impressum
Lumrix Logo
 
 



Zurück
[ICD 10 Suche]
[Mehr über den ICD]

 

 

Metamizol

Bild:Metamizol.png

Metamizol (N-Methyl-N-(2,3-dimethyl-5-oxo-1-phenyl-3-pyrazolin-4-yl) aminomethansulfonsäure)ist ein stark wirksames und im Allgemeinen gut verträgliches Schmerzmittel.

Metamizol gehört zu den nichtsauren Nichtopioid-Analgetika(Gruppe der Antipyrine). Da es kein Opiatist, wird das Suchtpotenzialals gering eingeschätzt, dagegen sind bei chronischer Einnahme Organschädigungen (z. B. auf die Niere) zu beachten. Metamizol ist in Deutschland verschreibungspflichtig.

Metamizol wird auch unter seinem FreinamenDipyrone und seinem HandelsnamenNovaminsulfon® geführt. Es ist in verschiedenen Darreichungsformen wie Tabletten, Brausetabletten, Tropfen, Zäpfchenund als Injektionslösungzur intravenösenoder intramuskulärenGabe verfügbar. Die Substanz ist in einer Reihe von Schmerzmitteln wie zum Beispiel Novalgin®, Novaminsulfon-ratiopharm®, Nopain®, Berlosin®, Baralgin®, Analgin® usw. enthalten.

Die genaue Wirkung des Stoffes ist bis heute nicht bekannt. Vermutlich hemmt es, ähnlich wie Paracetamol, die Bildung von Prostaglandinenvor allem im Rückenmarkund im Gehirn. Neben seiner schmerzstillenden Wirkung hat es außerdem gute fiebersenkendeund spasmolytische, also krampflösende Eigenschaften. Die entzündungshemmendeWirksamkeit ist dagegen im Vergleich mit Diclofenac nur schwach ausgeprägt.

Im Gegensatz zu Diclofenacund Acetylsalizylsäureist es deutlich besser magenverträglich. Die Fahrtüchtigkeit wird durch geringe Mengen Metamizol nicht beeinträchtigt.

Als Einzeldosis wird, außer für Säuglinge, eine Dosis von 8?16 mg pro kg KG vom Hersteller empfohlen, maximal 750?1000 mg Metamizol. Die Tagesdosis beträgt maximal vier Einzeldosen.


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Anwendungsgebiete
  • 2 Vorteile von Metamizol
  • 3 Nebenwirkungen
  • 4 Gegenanzeigen
  • 5 Literatur
  • 6 Weblinks

Anwendungsgebiete

  • Fiebersenkung (antipyretisch)
  • Starke Schmerzen bei Gallen-, Nieren- oder Darmkoliken (spasmolytisch)
  • Zusammen mit Opiaten zur Schmerztherapie bei Tumorerkrankungen (analgetisch)
  • Starke sonstige Schmerzen

Vorteile von Metamizol

  • gute schmerzlindernde Wirksamkeit
  • alle Darreichungsformen verfügbar (i. m. oder i. v., Suppositorien, Tropfen und Tabletten)
  • kein relevanter Einfluss auf die Blutgerinnung
  • kaum Probleme bei Überdosierungen (hohe therapeutische Breite)
  • gute krampflösende Eigenschaften
  • Zulassung ab dem 3. Lebensmonat
  • keine Atemdepression
  • keine Sedierung
  • bisher keine Hinweise auf gravierende Nebenwirkungen im Kindesalter
  • besser magenverträglich als Diclofenac oder Acetylsalizylsäure
  • langjährige gute Erfahrungen in den Ländern mit einer Zulassung

Nebenwirkungen

In den angloamerikanischen Ländern und in Schweden wurde Metamizol wegen der seltenen knochenmarksschädigenden Nebenwirkungenvom Markt genommen. Überzeugende statistische Daten wurde dazu aber von den Zulassungsbehörden nicht veröffentlicht. Siehe dazu Zusammenfassung in Medline

Zugelassen ist es in:

  • Deutschland - Österreich - Belgien - Frankreich - Israel - Niederlande - Spanien - Schweiz - Russland - Lateinamerika - Indien

Metamizol kann:

  • bei bestehendem Asthma bronchiale, Heuschnupfen und chronischen Atemwegserkrankungen einen Asthma-Anfall auslösen,
  • die Nierenfunktion beeinträchtigen,
  • anaphylaktische Reaktionenauslösen und dadurch einen Schockzustand hervorrufen,
  • selten einen Blutdruckabfall bewirken,
  • selten schwere Blutbildveränderungen (Agranulozytose) hervorrufen. Bei den in Schweden veröffentlichten Fällen mit Agranulozytose waren 92 % innerhalb der ersten zwei Monaten nach oder während der Behandlung mit Metamizol aufgetreten.

Gegenanzeigen

Metamizol enthaltende Präparate dürfen nicht eingenommen werden:

  • bei Porphyrie(angeborene oder erworbene Störung der Produktion des roten Blutfarbstoffes),
  • bei bekannter Unverträglichkeit von Metamizol,
  • bei erblich bedingtem Mangel an dem Enzym Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase,
  • bei Säuglingen unter drei Monaten,
  • während Schwangerschaft und Stillzeit.

Beim Vorliegen einer Knochenmarksschädigung ist die Anwendung nur mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen möglich.

Literatur

  • The International Agranulocytosis and Aplastic Anemia Study: JAMA 1986, 256, 1749. PMID 3290398
  • Arzneimittelbrief 1987, 21, 5.
  • Hedenmalm, K., und Spigset, O.: Eur. J. Clin. Pharmacol. 2002, 58, 265.
  • Eur J Clin Pharmacol. 2005 Jan;60(11):821-9. Epub 2004 Dec 3.


Weblinks

  • www.medicine-worldwide.de- Metamizol
  • http://www.uibk.ac.at/c/c5/c515/info/info14-3.html#metamizol
  • http://www.der-arzneimittelbrief.net/Jahrgang2003/Ausgabe01Seite06b.htm



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Metamizol aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 
  Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.