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Ejakulation

Als Ejakulation - von lateinischeiaculare (herausschleudern) - wird der Samenerguss des Mannes bzw. männlicher Tiere bezeichnet, die im Normalfall gleichzeitig mit dem Erleben eines Orgasmuszustandekommt. Ein Samenerguss kann während der Begattung, durch Masturbation, als nächtliche Pollutionoder infolge einer anderen sexuellen Praktikzustande kommen. Samenergüsse ohne bewussten Höhepunkt (Pollutionen oder umgangssprachlich Spontanejakulationen) werden meist von der Ejakulation im engeren Sinn unterschieden.

Bei einem Drittel der Frauen und auch hier nur unregelmäßig tritt eine Freisetzung von Sekreten der Prostata femininaauf, die als weibliche Ejakulationbezeichnet wird. Sie wird oft mit einem spontanen Urinabgang verwechselt.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Neurologie
  • 2 Physiologie
  • 3 Ejakulationsprobleme
  • 4 Siehe auch
  • 5 Literatur

Neurologie

Die Ejakulation wird vom Sexualzentrumim Zwischenhirnausgelöst. Deren Nervenimpulse wirken auf sympathische Nervenzellenim Lendenteil des Rückenmarks(Ejakulationszentrum), deren Nervenfasernüber den Nervus hypogastricusund Plexus pelvinus die Kontraktionen der Samenwege auslösen. Gleichzeitig wird über ?-Rezeptorendie Muskulatur des Harnblasenhalses angeregt, wodurch die Harnblaseverschlossen wird. Somit wird der Rückfluss von Sperma in die Harnblase und die Beimengung von Urinverhindert.

Physiologie

Bei der Ejakulation werden ca. 2 bis 6 ml Sperma(Ejakulat) mit von Mann zu Mann oder Ejakulation zu Ejakulation sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit über koordinierte Kontraktionen des Nebenhodengangs(ductus epidedymidis), des Samenleiters(ductus deferens), der Bläschendrüse(vesicula seminalis), Prostataund Harnröhre(urethra) sowie über die Kontraktionen der Beckenbodenmuskulaturüber die äußere Harnröhrenöffnung meist in mehreren Fraktionen - entsprechend der reflexgesteuertenMuskeltätigkeit - ausgestoßen. Bei der Ejakulation sind mehrere Kontraktionswellen der Muskeln dafür verantwortlich, dass die Ejakulation in mehreren Schüben erfolgt.

Die Ejakulation wird in zwei Phasen unterteilt:

  1. Emission
  2. Ejakulation im engeren Sinn

Als Refraktärperiode wird die Zeitspanne bezeichnet, die von einer Ejakulation zur nächstmöglichen verstreichen muss.

Ejakulationsprobleme

  • Bei der Ejaculatio praecoxkommt es zu einem "vorzeitigen" - das heißt zu frühen - Samenerguss, der heute als eine Form der Potenzstörunggesehen wird. Als vorzeitig gilt hier die individuelle Empfindung von "zu früh". Das kann im Extremfall schon ein Samenerguss beim Kuss, bei der ersten Berührung des Penis durch den Sexualpartner oder direkt nach dem Eindringen sein. Dieses Problem wird oft von Seiten des Mannes, der Frau oder beider Sexualpartner gemeinsam als ausgeprägte Belastung empfunden, die zu Einschränkungen im Sexualleben führt. Meist ist es der Partnerin unmöglich, einen eigenen Orgasmuszu bekommen - und damit der Weg zu einer umfassenden sexuellen Erfüllung des Paares oft versperrt. Viele Männer tabuisieren das Problem des vorzeitigen Samenergusses. Wenn es fortgesetzt besteht, ist jedoch eine ärztliche Beratung unbedingt angebracht.
  • Als retrograde Ejakulationwird eine Ejakulationsstörung bezeichnet, bei der die Samenflüssigkeit rückwärts in die Harnblase ausgestoßen wird.
  • Spermatorrhoe ist das Abfließen von Samenflüssigkeit, z.B. bei einer Inkontinenzdes Ductus ejaculatorius (des Endabschnittes des Samenleiters), bei der es zu einem Samenabgang ohne Wollustgefühl, zum Beispiel beim Stuhlgangoder Wasserlassen, kommt.
  • Die Unfähigkeit zum Samenerguss durch verschiedene Krankheiten, Entfernung der Hoden(Kastration), psychische Problemeoder als Nebenwirkung mancher Medikamente.
  • Beim alternden Mann unterliegt die Koordination der Kontraktionen von Nebenhodengang(ductus epidedymidis), Samenleiter(ductus deferens), Bläschendrüse(vesicula seminalis), Prostata, Harnröhre(urethra) und Beckenbodenmuskulaturder Verschlechterung. Die Ursachen sind vielfältig, eine untrainierte Beckenbodenmuskulatur (Hinweis darauf kann ein sog. "Bierbauch" sein.) spielt dabei eine wesentliche Rolle. Der Koordinationsverlust kann sich auch bei ggf. unbeeinträchtigt fortbestehender Erektionsfähigkeit entwickeln.

Zahlreiche Medikamente können die Ejakulation beeinflussen, z.B. zu einer retrograden Ejakulation führen oder sogar zum Ausbleiben der Ejakulation.

Siehe auch

  • AIDS
  • Erektion
  • Injakulation
  • Lusttropfen
  • Safer Sex
  • Samenstau


Literatur

  • Vorzeitiger Samenerguss - Hintergründe, Tipps, Auswege und Erfolgsberichte Betroffener von Carsten Dieme, 2003, ISBN 3980869601
  • 3-Stufen-Programm gegen vorzeitigen Samenerguss von Michael Pfreunder, 2002, ISBN 3-00-001597-3
  • Therapiemanual Ejaculatio praecox von Michael Hanel, 2003, ISBN 3-13-136712-1





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