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Kaufsucht

Die Kaufsucht ist das zwanghafte Verlangen danach, etwas zu kaufen. Dabei zählt nicht der gekaufte Gegenstand, sondern allein die Handlung des Kaufens. Das Kaufen gibt dem Betroffenen ein schönes Gefühl, erfüllt sein Leben scheinbar mit Sinn und lässt kurzzeitig die Sorgen vergessen. Aber zu Hause ist das gute Gefühl, sich etwas gegönnt zu haben, meist vorbei. Also gehen die Betroffenen wieder Einkaufen. Die gekauften Waren werden versteckt oder vernichtet, weil der Betroffene sich seiner Suchtschämt oder sie zu verbergen versucht. Ohne psychotherapeutischeBehandlung kann die Erkrankungein Leben lang bestehen bleiben (bzw. bis zum finanziellen Ruindes Betroffenen).

Hinter der Kaufsucht verbergen sich ganz unterschiedliche Ursachen: Ängste, Depressionen, innere Leere, geringes Selbstwertgefühl. Das Kaufen ist der Versuch, diese Gefühle in Griff zu bekommen. Der Betroffene kommt in einen Teufelskreis: negative Gefühle wie Ärger, Stress führen zum Kaufen. Das Kaufen führt nach kurzer Zeit zu Schuldgefühlen, Depressionen. Diese werden mit erneuten Käufen zu bewältigen versucht.

Die Wurzeln für das Suchtverhalten liegen in der Kindheit: Mangel an Zuwendung und Anerkennung, Mangel an Liebe und Geborgenheit. Betroffene mussten sich die Zuwendung der Eltern verdienen, durften Gefühle nicht frei äußern. Sie haben erlebt, dass sie als Person nicht wichtig sind. Als Entschädigung gab es Spielzeug. Als Erwachsene haben sie nicht gelernt, sich selbst ein gesundes Selbstwertgefühl zu verschaffen.

Manche Menschen haben als Kind auch unter materieller Entbehrung gelitten und werden aus diesem Mangelempfinden heraus kaufsüchtig. Der Kauf bedeutet einen Ersatz an Zuwendung. Kaufsuchtkranke haben nicht gelernt, sich mit Konflikten auseinanderzusetzen. Probleme in der Familie, Sorgen um den Arbeitsplatz oder Einsamkeit werden mit Kaufen verdrängt. Besonders Frauen wollen mit dem Kaufen von Kleidung, Make-up und Schmuck ihre Unzufriedenheit mit ihrem Äußern bekämpfen - Männer häufen eher technische Geräte und Computer an.

Auch gesellschaftliche Bedingungen spielen eine Rolle: Das Kaufen ist gesellschaftlich akzeptiert und wird gefördert. Scheckkarten erleichtern das Geldausgeben ebenso wie Bestellungen über den Katalog oder über das Internet.

Die Folgen der Kaufsucht, die oft jahre- und jahrzehntelang anhält, sind verheerend. Es drohen Überschuldung, Diebstahloder Unterschlagungvon Geldund der finanzielle Ruin. Häufig kommen die Betroffenen mit dem Gesetz in Konflikt.

Seit einigen Jahren ist die Kaufsucht von der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen als Krankheitanerkannt worden.


Selbsthilfegruppen

In den USA und Kanada gibt es Selbsthilfegruppen für Kaufsüchtige: "Shopaholics Anonymous" - die Anonymen Kaufsüchtigen

Siehe auch:

  • Sucht, Spielsucht, Zwangskrankheit, Zwangsstörung, Konsumismus

Weblinks

  • Karl Kollmann, Österreich im Kaufrausch(Telepolis, 12.01.2006)
  • Wenn Kaufen zur Sucht wirdDie Uniklinik Erlangen erprobt Therapien für Menschen, die krankhaft Geld ausgeben
  • Psychosomatik-Klinikum der Universität Erlangen
  • Test zur Diagnose von Kaufsucht
  • Forschungsprojekt über Kaufsuchten:Shopoholic
Von "http://de.wikipedia.org/Kaufsucht"



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