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Klistier

Bild:Klistierspritze.jpg
Klistier: mit dem Gummibalg wird durch den Ansatz die Flüssigkeit in den Enddarm gespritzt

Ein Klistier dient zur Darmentleerung vor Untersuchungen oder bei Verstopfung(das sog. 'klystieren'). Heute werden überwiegend Fertigklistiere aus Gründen der einfacheren Handhabung verwendet, die z.B. unter den Handelsnamen Babylax® für Säuglinge und Kleinkinder oder unter Practo-Clyss® für Erwachsene zu haben sind. Es wird zwischen Miniklistieren mit 5 - 10 ml und normalen Klistieren mit 50 - 200 ml Volumen unterschieden. Wenn Flüssigkeiten von mehr als ca. 200 ml verabreicht werden, dann spricht man von einem Einlauf. Die gebräuchliste selbst hergestellte Klistierlösung zur Darmentleerungist eine Mischung aus Glyzerinund Wasser im Mischungsverhältnis 1:3 und einer Menge von etwa 100 ml. Noch schneller wirkt ein kleines Klistier mit 10 ml Glyzerin und 10 ml Wasser gemischt. Dieses Klistier wird vor allem Säuglingen und Kleinkindern gegeben, damit das Klistier seine vollständige Wirkung bringen kann, ohne gleich wieder heraus gepresst zu werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern hat sich bewährt, nach der Gabe des Klistiers die Pobacken für einige Minuten zusammen zu drücken und danach zu wickeln. Ältere Kinder werden gebeten, den einsetzenden Stuhldrang so lange wie möglich zu unterdrücken, um eine ausreichende Darmentleerung zu erzielen.

In bestimmten Fällen werden auch andere Medikamente in Form von Klistieren verordnet, zum Beispiel wenn entzündliche Darmerkrankungen vorliegen, um die Wirkstoffe direkt an den Ort des Geschehens zu bringen. Meistens sind es dabei Cortisonpräparate, die in flüssiger Form oder als Schaum in den Enddarmgebracht werden. Diese Medikamentesollen möglichst lange, am besten über Nacht, im Darmbleiben, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Diese Medikamente werden etwa eine Stunde nach einer Darmentleerung möglichst langsam in den Enddarm eingebracht, um keinen weiteren Entleerungsreflex auszulösen.

Tipps & Tricks

  • Bei Säuglingen und Kleinkindern hat sich auch bewährt, nicht sofort nach der ersten Darmentleerung eine frische Windel zu geben, da noch weitere Stuhlentleerungen innerhalb kurzer Zeit folgen können.
  • Die Wirkung des abführenden Klistiers kann auch dadurch verstärkt werden, in dem der Patient nach Gabe des Klistiers etwas herum geht und seinen Stuhldrang möglichst lange unterdrückt.

Siehe auch:

  • Irrigation
  • Einlauf
  • Abführmittel
  • Obstipation



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