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Totschlag

Totschlag ist die vorsätzliche Tötungeines Menschen, die aber nicht die Kriterien für Morderfüllt.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Deutsches Strafrecht
  • 2 Österreichisches Strafrecht
  • 3 Statistik
  • 4 Weblinks

Deutsches Strafrecht

Im deutschen Strafrechtist Totschlag in § 212 StGB unter Strafe gestellt. Er unterscheidet sich vom Mord(§ 211 StGB) durch das Fehlen von täterbezogenen (z.B. niedrige Beweggründe wie Habgier) oder tatbezogenen (z.B. Heimtücke) Mordmerkmalen. Die Strafandrohung ist dementsprechend niedriger angesetzt. Dem Täter droht eine Freiheitsstrafevon nicht unter 5 Jahren, in besonders schweren Fällen sogar eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Zentrales Merkmal ist der Taterfolg, also die Verursachung des Todes eines anderen Menschen. Entscheidend kommt es dabei auf die Subjektsqualität des Opfers als Mensch an, die nur in Grenzbereichen fraglich sein kann. Aus strafrechtlicher Sicht beginnt das Leben und damit die Existenz des Menschen mit der Geburt, also dem Einsetzen der Geburtswehen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist eine Vernichtung des Embryosallenfalls als Schwangerschaftsabbruchnach § 218 StGB strafbar. Das Leben endet mit dem eingetretenen Hirntod, also dem Erlöschen jeglicher Aktivitäten des Gehirns unabhängig davon, ob andere Körperfunktionen noch aufrechterhalten werden.

Der § 212 Abs. 2 StGB nennt den besonders schweren Fall des Totschlags. Es handelt sich hierbei um eine Strafzumessungsregel, die strafverschärfend wirkt und die Strafandrohung auf lebenslange Freiheitsstrafeerhöht. Sie findet Anwendung, wenn die Schuld des Totschlägers ebenso schwer wie die eines Mörders wiegt. Anstelle der fehlenden Mordmerkmale müssen besondere Umstände hinzutreten, durch die das nötige Maß an Verwerflichkeit erreicht wird.

In § 213 StGB findet sich der minder schwere Fall des Totschlags. Er ermöglicht eine mildere Bestrafung desjenigen, der zu dem Totschlag ohne eigene Schuld durch eine ihm oder einem Angehörigen gegenüber begangene Misshandlungoder schwere Beleidigungzum Zorn gereizt und auf der Stelle zur Tat hingerissen wurde. Daneben nennt das Gesetz noch den nicht weiter charakterisierten sonstigen minder schweren Fall, bei dem eine Gesamtwürdigung aller strafzumessungrelevanten Umstände vorzunehmen ist. § 213 stellt keinen eigenen Tatbestand, sondern ebenfalls eine Strafzumessungsregel dar, die den Regelstrafrahmen des Totschlages auf ein Jahr bis zu zehn Jahre absenkt.

Für die Kindestötung(früher § 217 aF StGB) soll regelmäßig vom Sinngehalt her der minder schwere Fall des Totschlags angewandt werden, nachdem der Gesetzgeberdiese nichteheliche Mütter privilegierende Vorschrift abgeschafft hat. Abgeschafft ist auch die frühere Qualifikation des Totschlags an Verwandten aufsteigender Linie ("Aszendententotschlag"), die die Mindeststrafe von fünf auf zehn Jahre anhob und eine Strafrahmensenkung wegen mildernder Umstände ausschloß.

Österreichisches Strafrecht

Nach § 76 des österreichischen StGB ist Totschlag wie folgt charakterisiert: "Wer sich in einer allgemein begreiflichen heftigen Gemütsbewegung dazu hinreißen lässt, einen anderen zu töten, ist mit Freiheitsstrafevon fünf bis zu zehn Jahren zu bestrafen." Das österreichische Recht ist demzufolge restriktiver als das deutsche, als dass es nur Handlungen im Affektals Totschlag wertet.

Statistik

Totschlag ist ein relativ seltenes Delikt. Im Jahr 2004 fielen nach der deutschen Polizeilichen Kriminalstatistik (vgl. BKA [1]) 469 Personen (männlich: 58,6%, weiblich: 41,4%) einem Totschlag bzw. einer Tötung auf Verlangen zum Opfer. Auffällig ist der hohe Versuchsanteil. So wurden im gleichen Zeitraum 1433 Personen Opfer eines Totschlagversuches.

Die Zahl der Tatverdächtigen von Totschlag- bzw. Delikten der Tötung auf Verlangen betrug im Jahr 2004 1921 Personen, bei einem Anteil männlicher Personen von 87,3% und einem Anteil nichtdeutscher Verdächtiger von 29,6%. 0,2% der Verdächtigen waren Kinder (bis 14 Jahre), 6,2% Jugendliche (14 - 18 Jahre), 11,0% Heranwachsende (18 - 21) und 82,6% Erwachsene. Die Häufigkeitszahl, d.h. Fälle auf 100.000 Einwohner, betrug im Jahr 2004 beim vollendeten Totschlag 0,58.

Weblinks

Bild:Wiktionary-ico-de.png
   
Wiktionary: {{{2|Totschlag}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
  • § 212 StGB
  • § 76
Bild:Icon-Rechtshinweis-blau2-Asio.png Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Rechtsthemen!
en:manslaughter

fr:meurtre it:omicidio es:Homicidio nl:Doodslag pt:Homicidio

Von "http://de.wikipedia.org/Totschlag"



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