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Blasenkrebs

Der Blasenkrebs zählt mit einer Inzidenzvon 16000 pro Jahr in Deutschland zu den häufigen Krebsarten. Männer erkranken wesentlich häufiger als Frauen (m:w = 3:1).

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Tumorarten
  • 2 Ursachen
  • 3 Symptome
  • 4 Diagnostik
  • 5 Klassifikation
  • 6 Therapie
  • 7 Nachbehandlung
  • 8 Weblinks

Tumorarten

In 95% der Fälle handelt es sich um einen Tumor der Blasenschleimhaut, ein sogenanntes Urothelkarzinommit vor allem papillärem Wachstumsmuster, eher selten finden sich in Europa z. B. Plattenepithelkarzinome. In 25 % der Fälle finden sich neben dem Primärtumor zusätzliche Atypien, bei Rezidiven in 50 % der Fälle. Es wird deshalb bei Abtragung eines Tumors stets eine Quadrantenbiopsiein verschiedenen Bereichen der Blase entnommen. Der Blasenkrebs ist durch eine hohe Rezidivrateund eine eher niedrige Progressionsrateausgezeichnet.

Ursachen

Als auslösende Faktoren für Schleimhauttumore gelten u.a. die Expositiongegenüber aromatischen Aminen (beta-Naphthylamin, Benzidin) sowie Tryptophan-Metaboliten (Raucher). Als Metabolit der aromatischen Aminewird Orthophenolin der Blase freigesetzt, dieser wirkt dort dann karzinogen. Bei Plattenepithelkarzinomen kommen als Ursache unter anderem chronische Harnwegsinfekteund BilharzioseinBetracht.

Symptome

Klinisches Leitsymptomdes Blasentumors ist die schmerzlose Makrohämaturie, d.h. das sichtbare Vorfinden von Blut im Urin. Ebenfalls können Schmerzen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterbauch sowie Flankenschmerz vorkommen. Bei all diesen Symptomen handelt es sich jedoch um Spätsymptome.

Diagnostik

Die Diagnose eines Blasenkrebses wird mithilfe eines Ausscheidungsurogramms, einer Sonographiesowie einer Zystoskopie(Blasenspiegelung) gestellt, eine Urinzytologie(Untersuchung der Zellen im Urin) erfaßt mittelgradig differenzierte und entdifferenzierte Tumoren. Nach histologischer Aufarbeitung und Klassifizierung gemäß dem TNM-Systemwird in Abhängigkeit vom Tumorstadium die weitere Diagnostik mit Computertomogrammdes Abdomenssowie eine Leber-Sonographiezur Metastasensuche durchgeführt.

Klassifikation

Bild:TNM Blasenkrebs.JPG
Stadien des Urothelkarzinoms

Die histologisch-pathologischeKlassifizierung der Schleimhauttumoren erfolgt nach dem TNM-System.

pTa = nicht invasives Karzinom der Schleimhaut (Urothel)

pTcis = Carcinoma in situ

pT1 = Einwachsen (Infiltration) unter die Schleimhaut(subepitheliales Bindegewebe), Unterklassifikation pT1a-c

pT2 = Einwachsen in die Muskelschicht (Muscularis propria), Unterklassifikation pT2a-b

pT3 = Hinauswachsen über die Muskelschicht hinaus, Unterklassifikation pT3a-b

pT4 = Einwachsen in Nachbarorgane wie Prostata, Gebärmutter, Vagina, Beckenwand

pN1 = einzelner Lymphknoten<2cm

pN2 = einzelne oder mehrere Lymphknoten bis 5cm

pN3 = Lymphknoten über 5cm

M0 = keine Metastasen

M1 = Fernmetastasen

Therapie

Die Therapie erfolgt stadienorientiert: Zunächst wird eine sogenannte transurethrale Resektion (TUR) der Blase (B) mit Quadrantenbiopsie durchgeführt. In spezialisierten Zentren erfolgt die Abtragung der Tumoren im Rahmen einer sogenannten Fluoreszenz-Blasenspiegelung (5-Amino-Lävulinsäure), bei der unter einem speziellen Licht die Tumoren rot leuchten. Dadurch kann die Häufigkeit von kurzfristigen Rezidiven (also "übersehenen" Veränderungen) gesenkt werden. Ein zusätzlicher Baustein zur Vermeidung von erneut auftretenden Tumoren ist die Frühinstillation, d.h. die Behandlung mit einem Chemotherapeutikum (Mitomycin), welches innerhalb von 24 Stunden nach der Operation in die Blase eingefüllt wird. In den Stadien pTa bis pT1 ist diese Therapie in aller Regel ausreichend. Bei Tumoren im Stadium pT1 kann ca 3 Wochen nach der Operation eine Nachoperation (Nachresektion) des Tumorgrundes erfolgen, um auszuschliessen, das der Tumor in tiefere Schichten vorgedrungen ist.

Bei Muskelinfiltration (T2-3) wird eine radikale Zystektomie (Entfernung beim Mann von Blase, Prostata, Harnleiter/ bei der Frau von Blase, Harnröhre, Harnleiter, Gebärmutterund Ovarien) durchgeführt. Je nach Patient kann hiernach eine kontinente (dichte) Ableitung (Ersatzblase) mit der Fähigkeit auf normalem Wege Wasser zu lassen oder eine inkontinente Ableitung mit einem künstlichen Ausgang (Ileum-/ Kolon-Conduit) durchgeführt werden. Ab Stadium T4 (Infiltration von Nachbarorganen, Fernmetastasen) wird eine Polychemotherapiemit Cisplatin, Methotrexat, Vinblastinund Adriamycin(MVAC-Schema) durchgeführt.

Nachbehandlung

Aufgrund der hohen Rezidivrate(Wiederkehrung) muß alle drei Monate eine Blasenspiegelungdurchgeführt werden. Auch hier kann bei bestimmten Risikopatienten eine Fluoreszenzspiegelung durchgeführt werden. Zur Senkung der Rezidivrate kann eine Instillationmit BCGoder Mitomycindurchgeführt werden.

Weblinks

  • www.netdoktor.at- Patienteninfo
  • www2.netdoktor.de- Forscher entwickeln neuen Urintest



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Blasenkrebs aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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