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Kryptorchismus

Als Kryptorchismus - von griech.: kryptos (verborgen) und orchis (Hoden) - wird ein Zustand bezeichnet, bei dem der Hodenweder sichtbar noch tastbar ist. Es ist damit eine Lageanomalie des Hodensund eine Unterart des Hodenhochstands, bei der der Hoden vollständig in der Bauchhöhle verbleibt ("Bauchhoden"). Im weiteren Sinn fällt auch die Anorchie, das Fehlen eines Hodens, unter diese Definition.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Grundlagen
  • 2 Therapie
  • 3 Siehe auch
  • 4 Weblinks

Grundlagen

Da der Hoden wie das Ovaraus einer gemeinsamen Gonadenanlageretroperitonealin Höhe der Nieren entstehen, müssen beide Hoden ab der 5. Embryonalwoche eine "Wanderung" vom Ort der primären Bildung bis in das Skrotum(Hodensack) unternehmen, den sog. Descensus testis.

Der erfolgreiche Abstieg in das Skrotum ist beim Menschen eines der Reifezeichen des Neugeborenen. Ungefähr 3 % der männlichen Neugeborenen weisen jedoch noch eine ein- oder beidseitige Lageanomalie des Hodensauf. Nach Ende des ersten Lebensjahres ist das Vorkommen auf ca 0,7 % gesunken. Der Zusammenhang mit der Entwicklung des Feten bzw. Säuglings wird auch durch den Umstand dokumentiert, dass bei 100 % aller männlichen Frühgeburtenmit einem Geburtsgewicht von weniger als 900 Gramm dieser Abstieg nicht erfolgt ist. Bei den Tieren kann der Hodenabstieg auch erst weit nach der Geburt abgeschlossen sein, wie beispielsweise bei Pferdenoder Nagetieren.

Beim Kryptorchismus bleibt der Hodenabstieg aus oder kommt vorzeitig zum Stillstand, was als Maldescensus testisbezeichnet wird. Er bleibt in der Bauchhöhleliegen. Kommt der Stillstand erst im Leistenkanal zustande, wird dies als Leistenhodenbezeichnet.

Im engeren Sinn wird nur der mit einer primären Hodenatrophie, einseitig evtl. auch mit einer Hodenaplasieverbundene Kryptorchismus als solcher bezeichnet. Ursache hier ist meist eine gestörte Geschlechtsdifferenzierung. Azoospermieund Impotentia generandisind die logische Folge.

Therapie

Aufgrund des erhöhten Risikos für eine maligne Entartung bzw. eine Störung der Spermiogenese(wobei letztere durch die höhere Umgebungstemperatur bedingt ist) wird ein nicht abgestiegener Hoden bis zum Ende des 2. Lebensjahres in das Skrotum verlegt (Orchidopexie) oder operativ entfernt.

Siehe auch

  • Intersexualität

Weblinks

  • Kryptorchismus bzw. Maldescensus testis



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