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Lithotomus

Ein Lithotomus, auch Steinschneider war ein bis ins 19. Jahrhundert ausgeübter medizinischer Beruf, der vielfach gleichzeitig mit der Tätigkeit als Okulist (Augenmediziner) und Chirurg ausgeübt wurde. Seine Wirkungsgebiet lag in der Entfernung von Blasensteinen.

Bedingt durch die früheren Ernährungsgewohnheiten, war die Bildung von Blasensteinen eine häufige Folgeerscheinung. Für die Beseitigung der zu schmerzhaften Koliken und das Wasserlassen verhindernden Steine wurden die Dienste eines Lithotomus in Anspruch genommen.

Dazu fanden zwei verschiedene Verfahren Anwendung.

  • Im Kindesalter erfolgte eine manuelle Fixierung des Steines durch den Anus am Damm, wo er mittels eines Schnittes herausgezogen wurde.
  • Bei erwachsenen Personen musste ein aufwändigeres Verfahren angewandt werden. Über einen Schnitt in die Harnröhre unterhalb der Prostata führte der Lithotomus seine Werkzeuge in die Blase ein, um den Stein zu greifen und durch den Blasenhals herauszuziehen.

Seit dem 19. Jahrhundert wurde diese Tätigkeit gänzlich von Chirurgen wahrgenommen, am Verfahren änderte sich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wenig, ehe moderne Methoden der UrologieEinzug hielten.

Der wohl bekannteste Lithotomus war Johann Andreas Eisenbarth.


Weblinks

  • http://www.gesch.med.uni-erlangen.de/messer/ausstell/stein/t_stei18.html
  • http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=37238
  • http://www.student-leipzig.de/inhalt.php?index=artikel&aktion=anzeigen&id=517
  • http://www.meduniwien.ac.at/Geschichte/Burgenland/informationen/umgang/heilkundige.htm
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