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Morgagni-Hydatide

Der Begriff Morgagni-Hydatide kann zwei anatomische Strukturen bezeichnen. Ganz überwiegend ist die Appendix testis gemeint, ein Anhängsel am Hodenund Relikt der Embryonalentwicklung. In der Gynäkologie wird manchmal auch bei der Frau ein analoges Anhängsel so bezeichnet, das sich dann unterhalb des Eileitersbefindet.

Anatomie

In beiden Fällen handelt es sich um ein funktionsloses Relikt des Müller-Gangs. Aus diesem Gang entstehen bei der Frau Eileiter, Uterusund Teile der Vagina, während der Gang beim Mann zwar angelegt wird, dann aber degeneriert.

Die Appendix testis ist ein bläschenförmiges, ungestieltes Anhängsel, das sich auf dem Hodenneben dem Nebenhodenkopfbefindet. Es stellt das kraniale Ende des Müller-Gangs dar, das durch den Descensus testisin den Hodensackmitgewandert ist.

Bei der Frau werden unter dem Eileiterin der Nähe der Fimbrien zu findende, zystenartige, gestielte Anhängsel als Morgagni-Hydatide bezeichnet.

Klinik

Die Appendix testis ist normalerweise vollkommen unauffällig. Berührung an dieser Stelle kann jedoch auch schmerzhaft sein. Der Schmerz zieht sich dann bis in die Nierenund sorgt für unruhige Nächte, wenn die Hydatide durch die unkontrollierten Bewegungen berührt wird. Es besteht die Gefahr einer Torsion, so dass der Blutkreislauf abgeklemmt wird, was schlimmstenfalls zum Blutstau führen kann. Schmerzmittel können Abhilfe schaffen, oder die Hydatide kann operativ entfernt werden, dies scheint aber nicht die optimale Lösung zu sein.




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