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Bei der Phimose, auch Vorhautverengung genannt, lässt sich die Vorhautdes Penisnicht oder prinzipiell nur mit Gewalt und unter Schmerzen von der Eichel (Glans penis) zurückziehen. Man unterscheidet hierbei zwischen unvollständiger Phimose (Vorhaut lässt sich zwar über das erschlaffte, nicht aber über das versteifte Glied zurückziehen) und vollständiger Phimose (Vorhaut lässt sich weder über das erschlaffte noch versteifte Glied zurückziehen).
Wird bei einer Phimose die Vorhaut mit Gewalt zurückgezogen, besteht die Gefahr, dass sie hinter der Eichel im Sulcus coronarius(der "Kranzfurche" des Penis) zu liegen kommt und sich damit eine Paraphimose- ein urologischerNotfall- entwickeln kann. Dabei kommt es zu einer Einklemmung der Eichel mit Durchblutungsstörung und Gewebeschädigung. Außerdem kann beim gewaltsamen Zurückstreifen die Vorhaut einreißen und sich durch Narbenbildung die Phimose verstärken, was dann als Narbenphimose bezeichnet wird.
Im Kleinkindalter ist die Vorhaut natürlicherweise noch mit der Eichel verklebt und kann deshalb nicht zurückgeschoben werden - man spricht hier von einer Konglutination(nicht zu verwechseln mit der Phimose), die sich erst in den ersten Lebensjahren löst. Wenn sich jedoch auch nach der Pubertät die Vorhaut nicht über die Eichel zurückschieben lässt, so ist ärztliche Behandlung nötig, da sonst Probleme bei der Genitalhygiene auftreten können. Vorher ist eine operative Behandlung einer Phimose nicht erforderlich, solange sie keine Probleme verursacht, da sich die Phimose noch vor oder in der Pubertät zurückbilden kann. Bei ca. 8 % der 6 bis 7jährigen Jungen und bei nur noch ca. 1 % der 16 bis 17jährigen männlichen Jugendlichen liegt eine Vorhautverengung vor.
Eine Phimose kann auch noch in hohem Alter oder durch Narben von Verletzungen auftreten, wenn die Haut weniger elastisch wird (erworbene Phimose).
Die Phimose wird traditionell mit einer Operation, der Zirkumzision(Beschneidung), behandelt. Dabei gibt es verschiedene Techniken mit unterschiedlichen Ergebnissen, die sich sowohl in Optik als auch der Menge der entfernten Vorhaut unterscheiden, wobei bei Knaben und männlichen Jugendlichen eine eindeutige medizinische Indikation für die Zirkumzisionerst vorliegt, wenn die ansonsten beschwerdefreie Phimose auch noch nach der Pubertät andauert.
Generell wird bei der medizinisch notwendigen Beschneidung möglichst wenig Vorhaut entfernt, neben der teilweisen oder vollständigen Entfernung der Vorhaut gibt es auch verschiedene Techniken die Vorhautöffnung durch Einschnitte zu vergrößern - zum Beispiel den dorsalenSchnitt. Eine medizinisch plausible Begründung für eine vollständige Entfernung der Vorhaut - insbesondere bei Kindern - gibt es nicht, ganz im Gegenteil. Oberstes Bestreben sollte gerade bei Kindern immer die größtmögliche Erhaltung der Vorhaut sein.
Als wirksame Alternative zur Zirkumzisionkommt die konventionelle Behandlung der Vorhaut durch vorsichtige Dehnung in Betracht, bei stärkerer Phimose auch unter Zuhilfenahme von Kortison- oder Steroidsalben. Generell sollten die genannten Präparate aber nur über einen begrenzten Zeitraum (ca. 4?6 Wochen) am Stück eingesetzt und dann zunächst wieder abgesetzt werden. Bei dann noch nicht eingestelltem Erfolg kann man nach min. 4wöchiger Pause einen erneuten Versuch unter Zuhilfenahme einer o. g. Salbe in Erwägung ziehen.
Zur Behandlung mit Kortison- und anderen Salben wurden mehrere wissenschaftliche Studien mit teilweise mehreren Hundert Probanden durchgeführt. Die Ergebnisse bescheinigten Erfolgszahlen im Bereich von 80?90 %. Eventuell aufgetretene leichte Nebenwirkungen (z. B. leichte Reizung der Vorhaut (Kortison)) bildeten sich nach Absetzen der Salben rasch zurück und hinterließen in keinem einzigen Fall bleibende Beeinträchtigungen. Nicht vollständig anerkannt ist die Anwendung von Salben mit dem weiblichen Hormon Östrogenals Inhaltsstoff. Studien und Erfahrungen haben bewiesen, dass auch Östrogensalben hervorragende Erfolge bei der Behandlung einer Phimose erzielen können, jedoch konnte die völlige Freiheit von Nebenwirkungen bislang noch nicht endgültig bewiesen werden. Für den, der sich also vor der (äußerlichen) Anwendung der Hormonsalbe scheut, bieten sich Salben mit anderen Wirkstoffen wie oben beschrieben an.
Neben der Vorhautverengung kann auch ein verkürztes Vorhautbändchen Grund für Schwierigkeiten beim Zurückziehen der Vorhaut sein - man spricht dann von Frenulum breve.
Weblinks
- http://www.netdoktor.de/krankheiten/Fakta/vorhautverengung.htm
- http://www.eltern.de/gesund_schoen/gesundes_kind/vorhautprobleme.html
- http://www.pharmavista.net/indexD.htm?http://www.pharmavista.net/news/PVP/0001969D.htm
- http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/04/21/073a0403.asp?cat=/medizin/kinderkrankheiten
- http://www.arznei-telegramm.de/register/0008068.pdfÖstrogen-Externa zur Behandlung der Phimose? Arznei Telegramm 2000; Jg. 31, Nr. 8, S. 68.
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