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Die Pyelonephritis ist ein häufiger, in der Regel durch Antibiotika-Therapie heilbarer oberer Harnwegsinfektmit Nierenbeteiligung. Dabei kommt es neben der Nierenbeckenentzündung (Pyelitis) zum Übergreifen der Entzündungauf das Nierengewebe. In der Regel besteht ein unterer Harnwegsinfekt mit Aufsteigen der Erreger durch die Harnleiterins Nierenbecken. Man unterscheidet akute bakterielle Pyelonephritiden und chronische Nephritiden. Pyelonephritiden können einseitig oder beidseitig auftreten.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Symptomatik
- 2 Patienten
- 3 Pathogenese
- 4 Erreger
- 5 Diagnostik
- 6 Pathologie
- 7 Komplikationen
- 8 Therapie (durch den Arzt)
- 9 Siehe auch
- 10 Weblinks
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Symptomatik
- Klopf- und Druckschmerz im Bereich des Nierenbeckenlagers
- Polyurie(Ausscheidung eines erhöhten Harnvolumens (>3 l/24h))
- Pollakisurie(häufiges Wasserlassenbei nicht erhöhter Harnmenge)
- Dysurie(erschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen)
- Hämaturie(blutiger Urin)
- Fieber(Warnzeichen!! -> Arzt), bei chronischer Pyelonephritis auch subfebril("erhöhte Temperatur")
- Abgeschlagenheit
- bei SepsisErbrechenund Vigilanzstörungen
Patienten
- Frauen erkranken fast 3x häufiger als Männer.
- Patienten mit Stoffwechselerkrankungen mit erhöhter Infektneigung (z.B. Diabetes mellitusetc.)
- Patienten mit Harnabflussstörungen (Nierensteine, Prostatahyperplasie, Tumor, Schwangerschaft etc.)
- Patienten mit Fehlbildungen der Harnwege(bei wiederholten Pyelonephritiden und Blasenentzündungenvon Kindern unbedingt abklären, z.B. Urethralklappen, Blasenhalsstenoseu. a.)
- Patienten mit vesico-urethralem Reflux
- Patienten mit bestimmten Blutgruppeneigenschaften (P1-Antigen)
- Patienten mit Blasenkatheter
Pathogenese
In der Regel wird das Nierenbecken und die Nieredurch aus der Blaseüber den Harnleiteraufsteigende Erreger infiziert. Weitaus seltener wird die Niere hämatogen (über das Blut) oder lymphogeninfiziert. Im Rahmen einer Blutvergiftung (Sepsis) kann die Niere ebenfalls durch Erreger infiziert werden.
Erreger
- Escherichia coli: E. coli ist in über 50% der Fälle verantwortlich für eine Pyelonephritis. Einige Stämme besitzen P-Fimbrienmit denen sie speziell Urothel(Epithel der ableitenden Harnwege) durch Anhaftung kolonisieren können.
- Klebsiellaspec.
- Proteus mirabilis
- Pseudomonasspec.
- Serratiaspec.
- Streptococcusfaecalis (Enterokokken)
- Staphylococcussaprophyticus (v.a. bei jungen Frauen)
- Atypische Erreger u. a.
Diagnostik
Der zweifelsfreie Nachweis einer Pyelonephritis in Abgrenzung von einem schweren unteren Harnwegsinfekt (Blase und Harnröhre) ist nicht einfach. Zu fordern wäre dafür ein Nachweis von Bakterienaus einem Punktatdes Nierenbeckens.
Aus praktischen Erwägungen wird dies nur selten gemacht und man beschränkt sich darauf, einen Harnwegsinfekt mit schweren allgemeinen Entzündungszeichen und beispielsweise positiver Blutkultur zu diagnostizieren.
- Nachweis von Erythrozyten(Erythrozyturie), Leukozyten(Leukozyturie, Pyurie), Nitrit(E. coli u. a.) und Protein(Proteinurie) im Urin
- Im Blut Leukozytose(Vermehrung der weißen Blutzellen) und Anstieg des CRPs(Akute-Phase-Protein)
- Bei Verdacht auf Sepsis 2 aerobeund 2 anaerobeBlutkulturenmöglichst im Fieberanstieg
- Bakteriologische Urinuntersuchung und Keim- und Resistenzbestimmung (Mittelstrahlurin)
- Sonographieund eventuell CT-Untersuchungen (z.B. bei perinephritischem Abszess) oder komplizierten Verläufen und zum Ausschluß anderer Fieberursachen
Pathologie
Makroskopischsind auf der Nierenoberfläche herdförmige oder kleine diffuse gelbe Herde sichtbar (Abszesse). Auf der Nierenschnittfläche und histologischfinden sich streifenförmige Eiterstraßen
vom Mark zur Rinde. Histologisch finden sich Zerstörungen von Nieren-Tubuli und -Glomerula. Die abszedierte (geeiterte) Pyelonephritis zeigt typische Einschmelzungen und heilt dann in der Regel unter Narbenbildung ab.
Komplikationen
- Chronische Pyelonephritis:
- Die chronischePyelonephritis ist eine in der Regel bakteriell ausgelöste, chronische und vernarbende interstitielleEntzündung. Sie führt zum Verlust von funktionellem Nierengewebe (Endstadium Schrumpfniere) und der Nierenfunktion (Niereninsuffizienz). Der Verlauf ist im Gegensatz zur akuten Pyelonephritis schleichend. Die chronische Pyelonephritis kann aus rezidivierten akuten Pyelonephritiden entstehen, die nicht ausreichend behandelt wurden. Daher ist eine ausreichende Behandlung von akuten Pyelonephritiden unbedingt notwendig.
- Die Urosepsisist eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis), die sich aus Entzündungen der Niere oder des Harntraktes entwickeln. Insbesondere Pyelonephritiden können wegen der guten Durchblutung der Nieren zur Erregerstreuung ins Blut führen.
- Bei Durchbruch der Entzündung durch die Nierenkapsel bildet sich ein perinephritischer Abszess, bei Durchbruch durch die Nierenfettkapsel ein paranephritischer Abszess. Diese Abszesse müssen punktiertoder chirurgisch saniert werden.
Therapie (durch den Arzt)
- Bei der Pyelonephritis unbedingt notwendig. Nach Möglichkeit erfolgt die Therapie nach Keim- und Resistenzbestimmung. Zur Anwendung kommen z.B. Gyrasehemmer, Amoxicillin, Cephalosporin, Cotrimoxazoleu. a. Bei fortgeschrittener Erkrankung oder septischem Verlauf intravenös.
- Bei rezidivierenden Pyelonephritiden unbedingt urologischeAbklärung und evtl. operative Entfernung von Harnabflusshindernissen.
Siehe auch
Glomerulonephritis
Weblinks
- www-medlib.med.utah.edu- WebPath-Bilder
- www.merck.com- Merck-Manual
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pyelonephritis aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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