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Urethritis

Als Urethritis bezeichnet man eine Schleimhautentzündungder Harnröhre, welche allgemeinläufig auch als Harnröhrenentzündung bekannt ist und wie eine Blasenentzündungzu den unteren Harnweginfektionengehört. Typische Symptomesind Juckreiz, Brennen beim Wasserlassen(Algurie) sowie eitrigerAusfluss (Fluor urethralis), häufig auch Dysuriesowie Pollakisurie.
Man unterscheidet die beiden Formen Urethritis gonorrhoica und Urethritis non gonorrhoica.

Sollte die Erkrankung lange unbehandelt bleiben, kann sich die Entzündung auch auf tiefere Gewebsschichten ausbreiten (Periurethritis, Kavernitis) und bei bestimmten Erregern auch die Fortpflanzungsorgane (bzw. deren Schleimhäute) befallen und im schlimmsten Fall Sterilitätverursachen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ursachen
  • 2 Formen
    • 2.1 Urethritis gonorrhoica
    • 2.2 Urethritis non gonorrhoica
      • 2.2.1 Weitere nichtgonorrhoische Erreger
      • 2.2.2 Atrophische Urethritis
  • 3 Verbreitung
  • 4 Mögliche Folgen
    • 4.1 Periurethritis
    • 4.2 Kavernitis
    • 4.3 Vernarbung
  • 5 Therapie
  • 6 Weblinks

Ursachen

Die meisten Fälle einer Harnröhrenentzündung können auf sexuell übertragbare Erkrankungenzurückgeführt werden. Die Praktizierung von Safer Sexreduziert zwar das Risiko einer Infektion, bietet jedoch keinen zuverlässigen Schutz, da eine Schmierinfektionauch trotz Kondomleicht stattfinden kann. Es kann jedoch auch im Rahmen einer anderen Erkrankung (z.B. Reiter-Krankheit, Diabetes mellitus, Typhus abdominalis, Keimabstieg einer oberen Harnweginfektion) und bei manchen Allergienzur Urethritis kommen. Durch das regelmäßige Einführen von Fremdkörpern (in Form eines Blasenkathetersoder zur Selbstbefriedigung) in die Urethraund der damit verbundenen Reizung der Schleimhaut wird eine Entzündung begünstigt.

Formen

Urethritis gonorrhoica

(sog. spezifische Urethritis) Die gonorrhoische Urethritis (GU) wird verursacht durch die Infektion mit dem Erreger Neisseria gonorrhoeae und ist besser bekannt als "Tripper". Siehe hierzu: Gonorrhö.

Urethritis non gonorrhoica

(sog. unspezifische Urethritis) Die nichtgonorrhoische Urethritis (NGU) ist in Industrieländern die am häufigsten sexuell übertragbare Erkrankung und kann, im Gegensatz zur gonorrhoischen Urethritis, von verschiedenen Erregern verursacht werden, überwiegend jedoch durch Chlamydien.

Weitere nichtgonorrhoische Erreger

  • gramnegativeBakterien
- Pseudogonokokken
- Enterobacteriaceae
- Mimeae
  • Trichomonas
  • Streptokokken(Serogruppe A und B)
  • Mycoplasma genitalium
  • Ureaplasma urealyticum

Atrophische Urethritis

Durch die Entzündung schwillt das Gewebeder Urethra an, wodurch das Lumenkleiner wird. Allerdings bildet sich die Schwellung nicht mehr vollständig zurück, wodurch der normale Durchmesserwieder erreicht würde. Im Gegenteil, die Harnröhre schrumpft, das Gewebe vernarbtund verhärtet. Nachdem die Urethritis ausgeheilt ist, bleibt eine dauerhaft verengte Harnröhre (Harnröhrenstriktur) zurück.

Verbreitung

Weltweit werden ca. 62 Millionen Neuinfektionen mit gonorrhoischer Urethritis und 89 Millionen Neuinfektionen mit nichtgonorrhoischer Urethritis gemeldet, wobei Männer und Frauen zu gleichen Teilen betroffen sind, jedoch ist die Krankheitbei homosexuellen Männern verbreiteter als bei heterosexuellen Personen und homosexuellen Frauen. Die Urethritis ist durch alle Altersgruppen hindurch vertreten, am stärksten betroffen sind dennoch 20-24-Jährige, was auf die in diesem Zeitraum erhöhte Sexualität zurückzuführen ist. Besonders Chlamydien sind aufgrund der geringen oder oftmals auch nicht vorhandenen Symptomatik bei weiblichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen weit verbreitet.

Mögliche Folgen

Periurethritis

Die Periurethritis ist eine Entzündungdes die Harnröhreumgebenden Bindegewebes. Außer einer Urethritis können auch eine Harnröhrenverletzungoder ein Blasenverweilkatheterdafür verantwortlich sein.

Kavernitis

Als Kavernitis bezeichnet man eine Entzündungeines oder mehrerer Schwellkörperdes Penis(Corpora cavernosa penis und Corpus spongiosum penis) infolge einer Urethritis oder Verletzung.

Vernarbung

Es besteht die Möglichkeit, dass das angeschwollene Gewebebeim Heilungsprozessverhärtet und zu einer Harnröhrenstrikturführt.

Therapie

Die Medikation ist vom verursachenden Erreger abhängig, dieser wird nach Entnahme einer Probe des Urethralsekrets (Abstrich) mithilfe unterschiedlicher Verfahren bestimmt. Normalerweise wird ein "Screening"durchgeführt, da häufig Parallelinfektionen vorkommen.

Weblinks

  • www2.lifeline.de- Yavivo - Harnröhrenentzündung
  • www.emedicine.com- eMedicine - Urethritis: Article by Martha K Terris, MD, FACS (englisch)
  • www.nlm.nih.gov- MedlinePlus Medical Encyclopedia: Urethritis (englisch)



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Urethritis aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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