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Zystoskopie

Die Urethrozystoskopie (Harnröhren- und Blasenspiegelung) ist eine urologischeUntersuchungder Harnblase, bei der mit einem speziellen Endoskopdem Zystoskopdie Harnblase untersucht wird. Beim Mann wird immer die Harnröhremit untersucht.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Geschichte
  • 2 Indikationen
  • 3 Kontraindikationen
  • 4 Untersuchungstechnik
    • 4.1 Starre Urethrozystoskopie
    • 4.2 flexible Urethrozystoskopie
    • 4.3 Vor- und Nachteile beider Untersuchungstechniken
  • 5 Komplikationen
  • 6 Verwandte Themen
  • 7 Weblinks

Geschichte

Das erste moderne Urethrozystoskop wurde am 09. Mai 1879von dem Dresdner ArztMaximilian Nitzein Wiender Öffentlichkeit vorgestellt. Dieser Tag gilt als Geburtsstunde der modernen urologischen Endoskopie.

Indikationen

  • bei Blutbeimengung im Urin (Mikrohämaturieoder Makrohämaturie)
  • bei Verdacht auf einen Blasentumor
  • im Rahmen der Tumornachsorgenach Blasentumoren
  • bei Verdacht auf Fremdkörperin der Harnblase
  • im Rahmen der Abklärung bei häufigen Blasenentzündungen
  • bei Blasenentleerungsstörungen, wenn der Verdacht auf ein Abflusshindernis besteht
  • bei Harninkontinenzzur Beurteilung des Schließmuskels
  • bei Verdacht Fistelbildungzwischen Harnblase und Darmoder Vagina
  • bei Verdacht auf Fremdkörper in der Harnröhre
  • bei Verdacht auf eine Harnröhrenenge

Kontraindikationen

Bei Vorliegen einer Infektionder Harnröhre, Harnblase, Prostata und Nebenhoden sollte eine Urethrozystoskopie nicht erfolgen. Es besteht hier die Gefahr der Keimverschleppung und damit der akuten Verschlimmerung, bzw. Ausbreitung der Infektion. Ist dennoch eine Spiegelung zur Diagnostik erforderlich muss eine ausreichende Antibiotikagabevorausgehen.

Untersuchungstechnik

Für die Zystoskopie stehen flexible oder starre Zystoskope zur Verfügung. Die Untersuchung findet im Liegen statt. Eine Narkoseist bei Erwachsenen in aller Regel nicht notwendig. Bei Kindern wird sie in Narkose durchgeführt. Die Untersuchung wird unter Beachtung der Sterilitätdurchgeführt. Die Untersuchung wird zumeist als so genannte Vidoeurethrozystoskopie durchgeführt. Hierbei wird das Bild über eine, auf die Optik aufgesetzte, Kameraauf einen Bildschirmübertragen. Patientenkönne über einen zweiten Bildschirm die Untersuchung mit verfolgen. Mittels eines Videorekorderskann die Untersuchung aufgezeichnet werden. Bei beiden Methoden wird die Harnblase mit steriler Flüssigkeit über das Instrument gefüllt und gespült.

Starre Urethrozystoskopie

Die starre Urethrozystoskopie wird in der so genannten Steinschnittlage durchgeführt. Der Patient liegt hierbei auf dem Rücken und die Beine sind angewinkelt und nach außen gespreizt. Beim Mann wird das Gerät unter Sicht über die Harnröhre bis in die Blase vorgeschoben. Bis zur Harnblase wird hierfür eine Optikverwendet, die streng geradeaus blickt (0° oder 5° Winkel). In der Blase wird dann eine Optik mit einem um 30°, 70° oder 120° Winkel verwendet. Bei der Untersuchung wird zuerst die Harnröhre bis zum äußeren Schließmuskel beurteilt. Anschließend erfolgt die Beurteilung der prostatischenHarnröhre. Nach Wechsel der Optik wird nun die gesamte Harnblase systematisch untersucht. Bei der Frau erfolgt das Einführen des Gerätes in aller Regel blind, d.h. die Optik wird erst nach erreichen der Harnblase eingesetzt.

flexible Urethrozystoskopie

Bild:Cystoscope-med-20050425.jpg
Flexibles Zystoskop

Im Unterschied zur starren Urethrozystoskopie liegt der Patient bei der flexiblen Urethrozystoskopie flach auf dem Rücken. Die Beurteilung erfolgt analog zur starren Vorgehensweise.

Vor- und Nachteile beider Untersuchungstechniken

Die starre Technik bietet durch größere Arbeitskänale bessere Spül-, und Manipulationsmöglichkeiten. Die Leistungsfähigkeit der verwendeten Optiken und die Lichtausbeute sind besser. Im Vergleich zur flexiblen Technik wird sie jedoch häufiger als unangenehm bis schmerzhaft empfunden. Das flexible Verfahren hat neben der geringeren Beeinträchtigung den Vorteil, dass es auch angewendet werden kann, wenn eine Steinschnittlagerung nicht möglich ist. Durch die flexible Spitze ist ein Wechsel der Optiken nicht nötig.

Komplikationen

Mögliche Komplikationen einer Urethrozystoskopie sind neben der Keimverschleppung vor allem direkte, durch das Instrument verursachte, Verletzungender Harnröhre und Blase. Neben der Durchbohrung (Perforation) können kleine Verletzungen der Schleimhautentstehen, die in der Harnröhre zu Harnröhrenengen führen können.

Verwandte Themen

  • transurethrale Resektion
  • Ureterorenoskopie(Harnleiter- und Nierenspiegelung)

Weblinks

  • Website des medizinhistorischen Museums der Universität Wien
  • www.netdoktor.de- Blasenspiegelungen:cystoscopy



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Zystoskopie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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