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Der Begriff Hechtgebiss beschreibt einen über den Oberkieferhinaus vorstehenden Unterkiefer. Synonymverwandt werden die Begriffe Brachygnathia superior beziehungsweise Prognathia inferior.
Infolge des für Hasenartigeund Nagetieretypischen ständigen Nachwachsens der Nagezähnekann das Vorhandensein eines Hechtgebisses schwere Folgeerkrankungen auslösen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Entstehung
- 2 Folgeerkrankungen
- 3 Prophylaxe
- 4 Siehe auch
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Entstehung
Bild:Brachygnathia superior.jpg Durch ein Hechtgebiss beim Kaninchen verursachtes übermäßiges Längenwachstum der unteren Schneidezähne
Die Entwicklung des klinischen Bildes ist an verschiedene Faktoren gekoppelt. Neben der unbestreitbaren genetischen Veranlagung für diese Störung spielen Einflüsse der Domestikationeine wesentliche Rolle. Eine Theorie geht davon aus, dass in Gefangenschaft infolge der geringeren zum Überleben notwendigen Intelligenz der Tiere das Hirnvolumen abnimmt. Ein kleineres Hirnvolumen erfordert einen kleineren Schädel. Während dieser zuchtbedingt also schrumpft, bleiben die Dimensionen des Unterkiefers weitgehend unverändert, wodurch er letztlich nach vornüber den Gesichtsschädel hinauswächst.
Alle Zähne bei Kaninchen, Meerschweinchenund Chinchillasowie die Nagezähne der Nagetieregehören zu den sogenannten wurzellosen Zähnen. Wurzellose Zähne wachsen zeitlebens. Damit diese Zähne nicht überlang werden, benötigt jeder Zahneinen Gegenpart (Antagonist), an dem er sich abreiben kann. Bei einem Hechtgebiss ist dies nicht mehr der Fall, so daß häufig ein ungehindertes Längenwachstum der Schneidezähneeintritt. Im Bereich der Backenzähneführt die mangelnde gegenseitige Abnutzung zur Ausbildung von Zahnspitzen.
Folgeerkrankungen
Ab einer bestimmten Länge der Zähne wird die Nahrungsaufnahme der Tiere mechanisch behindert. Neben Abmagerung infolge ungenügender Nährstoffaufnahme wird der auf ständige Futterzufuhr angewiesene Verdauungstrakt häufig durch Folgeerkrankungen (Dysbakterie, Kokzidiose) nachhaltig geschädigt. In die Maulschleimhaut einspießende Zahnspitzen reduzieren die Nahrungsaufnahme durch die verursachten Schmerzenebenfalls. Daneben können sich Infektionenim Maulbereiches festsetzen, die insbesondere bei Kaninchenzu einer Vereiterung der Zahnfächerund des Unterkiefersführen können.
Prophylaxe
Neben dem dauernden Anbieten faserreicher Nahrung (Heu), welches intensives Kauen nötig macht und somit den Zahnabrieb fördert, sollten die Zähne betroffener Kaninchen und Nager regelmäßig gekürzt werden.
Siehe auch
Zahnformel Kaninchen
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