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Intravenös

Intravenös (Abk. i.v., von lat.intra = hinein, innen, innerhalb und vena = Vene, Blutader) bedeutet "in einer Vene" oder "in eine Vene hinein". Man versteht darunter z. B. die direkte Verabreichung eines Medikamentesoder einer Flüssigkeitoder Suspensionin ein venöses Blutgefäß. Sie ist eine Form der parenteralenGabe von Medikamenten. Die gegebene Flüssigkeit wird mit dem Blutstrom zum Herzen geführt und von dort aus über die Arterienim gesamten Organismusverteilt. Praktisch geschieht dies durch eine Injektionoder Infusion.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Häufig genutzte Venen
  • 2 Praktische Vorgehensweise
  • 3 Benötigte Materialien
  • 4 Risiken
  • 5 Siehe auch

Häufig genutzte Venen

Man unterscheidet periphervenöse Zugänge und zentralvenöse Zugänge (ZVK).

Als Venen zur intravenösen Behandlung werden beim Menschenmeist die Armvenen(Vena mediana cubiti oder Vena cephalica) oder größere Venen am Hals (Vena jugularis interna) oder in der Leiste benutzt. Beim Säugling haben sich oberflächliche Schädelvenen bewährt.

Bei größeren Tieren (ab etwa Größe Schaf) wird zumeist die Drosselvene(Vena jugularis externa) genutzt. Bei Hundenund Katzenverwendet man meist eine Vorderbeinvene(Vena cephalica) oder Hinterbeinvene(Vena saphena lateralis). Beim Schweinund Kaninchenwird zumeist eine der Ohrvenen (Venae auriculares) genutzt. Bei sehr kleinen Heimtierenist eine intravenöse Injektion fast unmöglich, man kann (in Narkose) die Drosselvene freipräparieren. In Notfällen kann als Ersatz eine Injektion direkt in Herz erfolgen (intrakardialeInjektion).

Man kann sich die Punktion einer Vene durch einige Maßnahmen erleichtern:

  • ausreichende Stauung
  • ausführliches Tasten und Beklopfen der Vene
  • Wärme (z. B. ein Armbad) erweitert die Venen (Kälte macht die Venen enger)
  • Man kann die Venen gut im Ultraschall lokalisieren
  • Kopftieflage bei Punktion der Vena jugularis am Hals

Praktische Vorgehensweise

Bei der intravenösen Punktion wird meist zum Herzen hin eingestochen. Die Stichrichtung ist aus praktischer Sicht unbedeutsam und ergibt sich nur aus der anatomischen Lage. Eine Verletzung der Venenklappen durch eine Nadel hat keine merkbaren Folgen.

Das intravenös verabreichte Volumen sollte den Flüssigkeitsbedarf des Patienten nicht übersteigen. Die Wirkung eines intravenös verabreichten Medikamentes tritt meistens innerhalb von Sekunden und ohne Resorptionsverlust ein. Ein Nachteil ist, dass das Aufsuchen einer Vene nicht immer ganz einfach ist. Auch der schnelle Eintritt der Wirkung ist nicht immer erwünscht.

Benötigte Materialien

Folgende Materialien werden für einen intravenösen Zugang benötigt:

  • Zwei Einmal-Handschuhe
  • Venenstauer oder Blutdruckmanschette
  • Hautdesinfektionsmittel
  • Tupfer
  • Venenverweilkanüle
  • Abwurfbox
  • Infusionmit entlüftetem Infusionsysstem und ggf. Druckinfusionsmanschette
  • Viggo-Pflaster

Dieser Materialien lassen sich übersichtlich und zusammen in einer Nierenschale lagern.

Risiken

Bei der intravenösen Punktion können Keime in die Blutbahn eingebracht werden, so dass nur mit sterilenNadeln gearbeitet werden darf. Bei der längeren intravenösen Therapie über eine Venenverweilkanülekommt es meist innerhalb einiger Tage zu einer Keimbesiedlung, so dass eine Thrombophlebitis, eine Bakteriämieund/oder eine Sepsisauftreten können. Dann muss die Verweilkanüle umgehend entfernt werden.

Bei einem Durchstechen der Vene kann das Medikament paravenös, also in das umliegende Gewebe gelangen. Bei gewebsreizenden Medikamenten kann das zu einem örtlichen Absterben des Gewebes (Nekrose) oder zu Abszessenführen.

Des Weiteren besteht die Gefahr der Bildung von Hämatomen, der sekundären Perforation der Vene, der Venenschädigung und Venenreizung und der arteriellen Punktion und Injektion.

Siehe auch

Blutentnahme- Spritze- Intramuskulär- Subkutan- Intrapulmonal- Intraossär- Intraperitoneal




Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Intravenös aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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