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Mesialbiss

Als Mesialbiss (Klasse III nach Angle) bezeichnet man eine Fehlstellung der Ober- und Unterkiefer(Zahnfehlstellung), wobei der Oberkiefer hinter dem Unterkiefer liegt (Unterbiß), das Gegenteil ist der Distalbiss(Klasse II).

Allgemeines und Ursachen

Bei einem Mesialbiss wird unterschieden ob es sich um eine

  • einseitige anatomischeFehlstellung handelt,
    • In diesem Fall ist entweder der Ober- oder der Unterkiefer falsch gewachsen. Falsch gewachsen heißt, dass der Unterkiefer einen Überwuchs hat (Progenie) oder der Oberkiefer fehlentwickelt ist (Opistognathie).

oder ob es sich um eine

  • zweiseitige anatomische Fehlstellung handelt.
    • Wenn Ober- und Unterkiefer fehlpositioniert sind, also zu weit innen und zu weit außen, wobei immer der Unterkiefer vor dem Oberkiefer steht. Dazu kommt es, wenn ein Überwuchs beim Unterkiefer besteht und der Oberkiefer sich nicht ausreichend entwickelt hat.

Ein Mesialbiss kann für den Betroffenen sehr unangenehm sein. Einerseits ist es ein ästhetischesProblem, welches besonders beim Lächeln sehr störend sein kann, und andererseit ist es ein kaumechanisches Problem, da Essen nicht richtig gekautwerden kann.

Behandlung

Ein Mesialbiss lässt sich behandeln! Die Behandlungkann in der Regel bis zu zwei Jahren dauern und kann nur operativbehandelt werden (unter Vollnarkose). Vor der Operation muss (der längste Teil der Behandlung) eine Vorbereitung der Zahnstellung vorgenommen werden; normalerweise wird hierfür eine Spangeeingesetzt. Dies ist wichtig, weil die Zahnstellung im Unterkiefer passend auf die Zahnstellung des Oberkiefers eingestellt sein muss, da sonst nach der Operation die Zähne nicht richtig verzahnen. Um diese Behandlungszeit zu verkürzen, wird im Ober- und im Unterkiefer eine Zahnspangenbehandlung vorgenommen (von zweit Seiten ans Ziel). Sobald der Kieferorthopädean Hand von Gipsmodellen der Ansicht ist, dass Ober- und Unterkiefer nach der Operation perfekt aufeinandern passen, kann der Kieferchirurg die Operation machen. Damit sich nach der Operation kein erneuter Überwuchs entwickelt, kann vor der Behandlung eine erste Operation am Kiefergelenkgemacht werden, mit der ein weiteres Wachstum verhindert werden kann, man nennt dies eine hohe Kondylektomie.

Prophylaxe

Um dieser langen und sehr teuren Behandlung auszuweichen, ist es von Vorteil, wenn schon sehr früh ein möglicher Mesialbiss präventiv behandelt werden kann (ohne Operation). Als günstigster Behandlungsbeginn wird das 4. bis 5. Lebenjahr angesehen. Hier wird mit einem Funktionsreglerdas Wachstum des Oberkiefers angeregt und gleichzeitig das des Unterkiefers gehemmt. Prognosen, ob später eine chirurgische Korrektur erforderlich sein wird, sind schwierig. Da der Mesialbiss genetisch stark determiniert ist, kann eine Familienanamnese hilfreich sein. Darüberhinaus können mit einem FernröntgenseitenbildWachstumstendenzen des Unterkiefers vorausgesagt werden.

Von "http://de.wikipedia.org/Mesialbiss"



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